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Moers
Kunstwerke aus Müll

Moers. Der Moerser Künstler Rüdiger Eichholtz hat Kinder eingeladen, im Rahmen des Twins-Projekts "Meadow" aus Müll Kunst zu schaffen. Twins ist ein Projekt mit den Moerser Partnerstädten im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Von Anja Katzke

Am Montag war die Gruppe am Rhein: "Wir haben Müll gesammelt", erzählt Yvonne (11). Gefunden haben sie Schuhe, Strohhalme, Plastikflaschen, Dosen. . . "Und sogar einen Knochen, eine Rippe war das", betont Lisa (10) und schüttelt sich. "Das war eklig." Nein, für gewöhnlich spielen die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren, die an dem von Rüdiger Eichholtz initiierten Umwelt- und Kunstprojekt an der Annastraße teilnehmen, nicht mit Müll. Seit gestern betätigen sich die Jungen und Mädchen als Recycling-Künstler und schaffen aus den am Rheinufer gefundenen Materialien eigene phantasievolle Kunstwerke. In den Räumen hinter dem Sci-Nachbarschaftshaus hat Eichholtz gemeinsam mit den Kindern hohe Müllberge angehäuft. "Wir haben alles mitgenommen, was der Rhein so anschwemmt. Auch Treibholz und Muscheln", erzählt der Künstler, der bereits im Rahmen der Kinderferientage 2009 mit Kindern Müll-Männer gebaut hatte.

Skulpturen und mehr

Noch bis morgen treffen sich die Kinder täglich, um unter Anleitung von Rüdiger Eichholtz, Andreas Baschek und Lisa Hummel zum Beispiel Fensterrahmen aus Plastikflaschen, lustige Müllgesichter aus buntem Plastik, Muscheln und verrottetem Holz und Köpfe aus Metallschalen zu basteln. Morgen sind Eltern und Freunde eingeladen, die Kunstwerke zu besichtigen. Der Projektteil "Meadow" steht im Bezug zu einer Aktion, die in der Moerser Partnerstadt Knowsley ihren Anfang nahm. Es wurde unter anderem vom National Wildflower Centre initiiert, um mit Kreativität auf Abfallprobleme hinzuweisen.

 Auszüge aus dem Projekt werden anlässlich Twins-Projekte der Ruhr 2010 durch die Städte Moers und Maison-Alfort aufgegriffen und weiter entwickelt. Die Kinder sind in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe baut Skulpturen aus den gefundenen Materialien. Eine andere bearbeitet die am Rhein entdeckten Muscheln. Und die dritte Gruppe beschäftigt sich mit dem Thema Ordnung. "Wir suchen die Sachen zusammen, die einfach zueinander passen", erklärt die elfjährige Yvonne: "Wir ordnen Plastik zu Plastik und Rost zu Rost." Und daraus soll schließlich an einem langen Holzstück ein Mobile entstehen. Der achtjährige Pierre ist mit seinem Kunstwerk allerdings noch nicht zufrieden: "Ich wollte eine Waage machen. Jetzt ist alles voller Kleber", ärgert er sich.

Quelle: RP
 
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