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Moers
Landratsamt könnte teurer werden

Moers. Preise für Tiefbauarbeiten liegen bereits über dem Planansatz. Von Jürgen Stock

Von allen Seiten nehmen Bagger einer niederländischen Firma derzeit das Erdreich am alten Landratsamt unter ihre Schaufeln. Der Grund muss bis zu den Fundamenten freigelegt werden, damit die von Schimmel bedrohten Kellerwände austrocknen können. Erst wenn das Mauerwerk trocken ist, kann ein neuer Isolieranstrich angebracht werden und der eigentliche Umbau des geplanten Museums kann beginnen.

Die große Frage, die sich derzeit viele Moerser stellen ist: Wie teuer wird der ganze Spaß? Veranschlagt sind bislang 4,5 Millionen Euro. 3,35 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung. Von dem Geld soll ein Museum über die Moerser Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie über das Wirken des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch erstellt werden. Außerdem will die Volkshochschule einige Räume nutzen, und eine Brauerei will eine Gaststätte mit Biergarten eröffnen.

Ob die eingeplanten Kosten realistisch sind, muss sich erst noch erweisen. Immerhin handelt es sich beim Alten Landratsamt um ein denkmalgeschütztes Gebäude mit historischer Bausubstanz. Bei den Nachbarn von der evangelischen Kirchengemeinde lässt sich leicht in Erfahrung bringen, welche bösen Überraschungen für den Bauherren in einem solchen Haus lauern können. So hat die Renovierung der Moerser Stadtkirche ein Vielfaches von dem gekostet, was ursprünglich als Kosten eingeplant worden war.

Ein ähnliches Szenario ist am Landratsamt nicht gänzlich ausgeschlossen. Auch dort sollen denkmalgeschützte Räume komplett mit neuer Technik ausgestattet werden. Zudem stand das Haus über Jahre lang leer. Es würde nicht wundern, wenn da noch Schäden zutage treten, von denen jetzt noch niemand etwas ahnt.

So gesehen, war das Ergebnis der Ausschreibungen für die ersten sieben Gewerke nicht gerade verheißungsvoll. Die ausgelobten Bauarbeiten werden mit 580.000 Euro um sieben Prozent teurer als ursprünglich veranschlagt. Das muss noch nichts zu bedeuten haben. Entscheidender wird da schon die gerade laufende zweite Tranche der Ausschreibung sein, die sämtliche Innenausbauten umfasst. Deren Volumen dürfte erheblich über der Summe liegen, die für den ersten Bauabschnitt fällig wurden.

Zwar macht ein Sprecher der Stadt darauf aufmerksam, dass die Gesamtsumme immer noch unter dem Anschlag liegen könnte. Verheißungsvoll ist der Baubeginn jedoch nicht.

Quelle: RP
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