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"Rent a Chicken"
Landwirte aus Moers vermieten Legehennen für zuhause

"Rent a Chicken": Landwirte aus Moers vermieten Legehennen für zuhause
Philipp (links) und Jan Benger betreiben die Hühnervermietung "Rent-a-chicken" am Hervershof. FOTO: Marcus Koopmann
Moers. Zwei junge Landwirte aus Moers und Schaephuysen starten gerade mit einer skurrilen Geschäftsidee durch. Bei "Rent a chicken" können Interessenten sich für eine bestimmte Zeit Legehennen für die Hühnerhaltung daheim mieten. Auch Hühnerhaus und Zaun werden geliefert.

Zwei junge Schaephuysener Landwirte haben eine interessante Geschäftsidee - sie vermieten Legehennen. Auf dem Naturmarkt in Schaephuysen haben sie ihr Projekt schon vorgestellt. "Rent a chicken" oder "Leihen Sie sich Ihr Huhn für den eigenen Garten", heißt es bei Philipp (25) und Jan Benger (23). Die beiden Brüder sind in der Landwirtschaft groß geworden. Sie wissen, wie das frische Frühstücksei schmeckt und wie gern Kinder Tiere beobachten. Um diese Erfahrung mit anderen zu teilen, haben sie ihre Idee umgesetzt. Sie vermieten Legehennen mit Käfig, Gehege, Haus. "Mein Bruder hatte die Idee und dann haben wir gemeinsam nachgeforscht, wie das aufgezogen wird", erzählt Jan Benger, der hauptberuflich als Schornsteinfeger arbeitet.

Hühner in Fünfer-Kolonnen

Das Konzept ist nicht ganz neu, also konnten sie auf das Wissen anderer zurückgreifen. Es gebe Höfe, die das Tier auf ihrem eigenen Grundstück behalten, die Verantwortung aber für gewisse Zeit auf den Mieter übertragen, der jeden Tag zu Besuch kommt und die Pflege übernimmt. Oder es werden gleich eigene Flächen für die kurze Zeit mitvermietet, so dass man keinen eigenen Garten benötigt. Oder es wird das Komplettpaket mit Service angeboten. "Dafür haben wir uns entschieden", sagt Jan Benger.

Jeweils fünf Legehennen werden in Gruppen verliehen, weil sie Herdentiere sind und nicht alleine gehalten werden sollen. Außer einem Garten braucht man nichts, denn das Haus, an das sie sich schon gewöhnt haben, wird mitgeliefert. Es ist ein etwa 0,80 mal 1,70 Meter großes Holzhaus mit Fenstern und Einstieg, ausgestattet mit Nestern aus Stroh und Sitzstangen. Unten gibt es eine Schublade, um bequem misten zu können. Das sollte alle zwei bis drei Tage gemacht werden. Damit die bewegungsfreudigen Tiere nicht in Nachbars Garten landen, wird ein 25 Meter langer Zaun mitgeliefert. Auch Einstreu für das Nest, Futter, eine Schale und eine Tränke bringen sie mit.

Haltung leicht gemacht

Der Mieter muss sich nur noch darum kümmern, dass das Futter morgens und abends einfüllt wird. Dann steht dem frischen Frühstücksei am Morgen nichts mehr im Wege. Bei fünf Hühnern könne man mit drei Eiern pro Tag rechnen, sagen die Landwirte. Falsch machen könne man bei der Haltung kaum etwas.

Sowohl von Privatverbrauchern als auch von Schulen kamen bereits erste Anfragen. Eine Schule will mit dem Angebot die Ferienbetreuung bereichern und hat gleich beide Häuser gebucht. Auch ein Bauernladen hat schon den Auftrag erteilt, damit die kleinen Gäste sehen, wo Eier herkommen und wie ein Huhn aus der Nähe aussieht. Denkbar wäre auch, an Kindergärten zu verleihen. Im Umkreis von zehn Kilometern wird sogar kostenlos geliefert und auch beim Aufbau geholfen.

Interessenten können sich an den Hofladen der Familie Benger auf der Rheurdter Straße 44 in Schaephuysen wenden.

(BL)
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