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Moers
Leck im Trafo: 1000 Liter Öl laufen aus

Öl im Amprion-Umspannwerk ausgelaufen
Öl im Amprion-Umspannwerk ausgelaufen FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Im Utforter Amprion-Umspannwerk ist es bei Vorbereitungen für einen Schwertransport zu einem Unfall gekommen. Die aus einem alten Transformator ausgelaufene Kühl- und Isolierflüssigkeit konnte aufgefangen werden. Von Josef Pogorzalek

Zur Umweltkatastrophe ist es zum Glück nicht gekommen. Zunächst musste allerdings mit einer solchen gerechnet werden, als Feuerwehr und Untere Wasserbehörde am Mittwoch gegen 10 Uhr alarmiert wurden. Im Umspannwerk Utfort war Öl aus einem Transformator ausgelaufen. Wie groß die ausgetretene Menge war und ob das Öl ins Erdreich eingedrungen war, blieb zunächst unklar.

Am Mittwochmittag konnte die Feuerwehr allerdings bereits Entwarnung geben: Die undichte Stelle sei abgedichtet, das ausgetretene Öl in Wannen und Becken aufgefangen worden. Erdreich müsse nicht abgetragen werden. Allerdings sei ein Mann verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben von Amprion handelte es sich um einen Mitarbeiter des Unternehmens, der mit Öl bespritzt worden war. Er sei nach einer rettungsdienstlichen Behandlung am frühen Nachmittag bereits wieder bei der Arbeit gewesen.

Zu dem Leck ist es gekommen, als Mitarbeiter einer Fachfirma den alten Transformator für den Abtransport vorbereitet haben. Der Netzbetreiber Amprion modernisiert derzeit das Umspannwerk Utfort. Insgesamt drei betagte Trafos werden durch neue ersetzt. Der Abtransport der alten Spannungswandler ist jeweils eine logistische Herausforderung. Einen ersten nächtlichen Schwertransport gab es im Dezember, vergangene Nacht sollte der zweite erfolgen. Provisorische Parkverbot-Schilder entlang der Liebrechtstraße in Utfort wiesen gestern auf den geplanten Transport hin, der nach dem Unfall aber zunächst verschoben wurde.

Viele Utforter sehen den Betrieb des Umspannwerks in unmittelbarer Nachbarschaft von Wohngebieten kritisch. Die Initiative "Moers unter Hochspannung" fordert von Amprion unter anderem eine Verlagerung der Anlage. Die Modernisierungsarbeiten wurden als "Aufrüstung" kritisiert.

Mehrere Stunden lang waren Feuerwehr und Vertreter der Firma Amprion gestern damit beschäftigt, das ausgelaufene Kühl- und Isolieröl aufzufangen und weitere Maßnahmen abzustimmen. Die Rheinische Post durfte das Gelände des Umspannwerks nicht betreten. Der Amprion-Umweltbeauftragte Siegbert Gesang sprach gegenüber unserer Zeitung zunächst von einer kleinen Leckage und kleineren ausgelaufenen Mengen. Amprion-Pressesprecher Andreas Preuß präzisierte später, es seien 500 bis 1000 Liter ausgelaufen. Er betonte, das sich unter den Transformatoren normalerweise betonierte Becken befinden, die auslaufendes Öl direkt auffangen. Weil der Transformator bereits bewegt worden sei, sei in diesem Fall wohl auch Öl daneben gelaufen, allerdings auf eine geteerte Fläche.

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