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Moers
Linke muss zersplittert in den Wahlkampf ziehen

Moers. Auf ihrer ersten Ortsverbandsversammlung nach dem Auseinanderbrechen der Fraktion hat die Partei der Linken eindeutige Signale an ihre Wählerschaft vermissen lassen. Zwar stärkte die Mehrheit erneut die Position von Ratsfrau Gabi Kaenders. Sie solle, wie die Parteivorsitzende Karin Pohl bestätigte, als einziges Ratsmitglied für die Linke sprechen. Dennoch nahm die Versammlung das Verhalten des Noch-Linken, Heiner Napp, fast reaktionslos hin, der bestätigte, dass er binnen zwei Wochen mit Brigitte Hübel, die aus der Partei ausgetreten ist, eine eigene Fraktion aufmachen werde. Auf die Frage, wie sich diese Fraktion denn nennen werde, antwortete er: "Das werden Sie zu gegebener Zeit erfahren."

Ähnlich auskunftsfreudig gab sich Napp, als Pohl ihn fragte, warum er und Hübel, die dann nicht zustande gekommene Abberufung aller sachkundigen Bürger der Fraktion betrieben habe. Antwort: "Es ist nicht zielführend, über etwas zu sprechen, was es nicht gegeben hat." Ähnlich bedeutungsschwer seine Reaktion auf einen Appell aus der Runde, im Interesse der Partei zu einer Zusammenarbeit der Linken im Moerser Rat zurückzufinden. Darauf Napp: "Alles ist möglich, aber ohne Gabi Kaenders." Diese Aussage bewog einen Teilnehmer zu dem Satz: "Mit meinen 70 Jahren muss ich mir einen solchen Kindergarten nicht mehr antun."

Allerdings scheint es, als gebe es einen interessierten Kindergärtner. Jörg Kempfer, seltener Gast bei den Moerser Linken, versprach Hübel und Napp seine Unterstützung beim Aufbau der neuen Fraktion. Welche politischen Ziele diese verfolgen wird, bleibt nebulös. Gabi Kaenders schloss aus dem Verhalten von Hübel und Napp im Rat, dass beide keine politische Meinung hätten oder aber eine, die nicht mit den Statuten der Linken übereinstimme.

Keine guten Voraussetzungen für den ansehenden Bundestagswahlkampf. Die Aussichten, so Pohl, dass einer aus der Parteiprominenz den Moersern seine Aufwartung macht, seien sehr schlecht.

(ock)
 
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