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Moers
Lob für Ehrenbürgermeister Brunswick

Moers: Lob für Ehrenbürgermeister Brunswick
Oben: Bürgermeister Christoph Fleischhauer (rechts) überreichte die Ehrenbürgermister-Urkunde an Wilhelm Brunswick und einen Blumenstrauß an dessen Frau Christel. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Moers. Wilhelm Brunswick, von 1978 bis 1999 Erster Bürger der Stadt Moers, ist gestern Abend im Martinstift mit der Ehrenbürgermeister-Würde ausgezeichnet worden. Bundesminister a. D. Jürgen Schmude hielt die Festrede. Von Josef Pogorzalek

Nach so vielen Jahren des Wartens hat es also doch noch geklappt: Wilhelm Brunswick selbst erinnerte gestern Abend daran, dass es schon im Januar 2000, und danach immer wieder, Anläufe gegeben habe, ihn zum Ehrenbürgermeister zu ernennen. Aus politischen Gründen sei es nicht dazu gekommen - bis die Ratsfraktionen sich im Februar dieses Jahres zu einem einstimmigen Votum für die Verleihung der Würde an ihn durchringen konnten. "Der Abstand zum politischen Tagesgeschäft war dabei hilfreich", bemerkte Mark Rosendahl, Vorsitzender der SPD-Fraktion, gestern in seinem Grußwort. Denn mit der Zeit verblassten alle Querelen und die "Leistung für die Stadt" trete in den Vordergrund.

Dass Brunswick den Ehrentitel verdient, daran ließ der gestrige Festakt im Kammermusiksaal des Martinstifts keinen Zweifel. Von allen Seiten wurde der 76-Jährige, der ab 1978 fast 22 Jahre lang an der Spitze der Stadt gestanden hatte, mit Lob überhäuft. Ganz im Sinne eines unbekannten Fachreferenten, der Jürgen Schmude einst einen Rat für die Gestaltung von Grußworten gegeben hatte: "Loben, loben, loben . . ." Schmude erzählte die Anekdote in seiner Festrede. Mit Brunswick verbindet den Bundesminister a.D. nicht nur eine langjährige Freundschaft: 1969 war Brunswick Mitarbeiter des frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Schmude geworden. Acht Jahre lang behielt er die schlecht bezahlte Stelle, für die er den sicheren Posten eines Chemieingenieurs aufgegeben hatte.

FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Schmude erinnerte auch an Brunswicks Vorbild und Vorgänger im Bürgermeisteramt, Albin Neuse: "Ein kluger, vertrauenswürdiger Mann, der den Rat unparteiisch zu leiten wusste." Dem SPD-Mitglied Brunswick wurde gestern ebenfalls bescheinigt, über alle Fraktionsgrenzen hinweg zum Wohle der Stadt gearbeitet zu haben. Brunswick habe sein Amt, "objektiv und tolerant" ausgeführt, sagte etwa Karl-Heinz Brohl (CDU), von 1984 bis 1999 stellvertretender Bürgermeister.

Mit Brohl feierten viele Freunden und politischen Weggefährten gestern den neuen Ehrenbürgermeister - übrigens erst den zweiten nach Albin Neuse. Mit der Anwesenheit einiger Gäste konnte die Stadt Brunswick überraschen. So überbrachten Yoel Levi, Bürgermeister der israelischen Partnerstadt Ramla, sowie Ron Round, ehemaliger Leader of the Council der britischen Partnerstadt Knowsley, persönlich ihre Glückwünsche. Die Stadt Ramla hatte Brunswick 1998 zum Ehrenbürger ernannt - für ihn ein Höhepunkt seiner Amtszeit.

Links: Die Ehepaare Christel und Wilhelm sowie Gudrun und Jürgen Schmude. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

"Du bist ein absoluter Vollblutpolitiker, das wirkt bis heute nach", sagte Bürgermeister Christoph Fleischhauer, der sich selbst als "Greenhorn" im Amt bezeichnete, bevor er Brunswick die Ehrenbürgermeister-Urkunde und dessen Frau Christel (auch ihr wurde viel Lob zuteil) einen Blumenstrauß übergab. Brunswick bedankte sich mit einem ausführlichen Rückblick auf sein Leben und seine Amtszeit, für die - mit Ausnahme der von innerparteilichem Hader geprägten Jahre 1995 bis 1999 - gelte: "Ich würde alles noch einmal so machen."

Quelle: RP
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