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Moers
Lohmann lobt Verwaltung Kamp-Lintfort

Moers: Lohmann lobt Verwaltung Kamp-Lintfort
Mehr als 300 Besucher kamen zum Unternehmertag der Volksbank Niederrhein in Wellings Parkhotel Kamp-Lintfort. Zahlreichen Interessenten musste eine Absageerteilt werden. Die Veranstaltung war schon seit Wochen ausgebucht. FOTO: Volksbank Niederrhein
Moers. Mehr als 300 Führungskräfte aus der Wirtschaft erleben im Parkhotel Kamp-Lintfort einen Volksbank-Chef Guido Lohmann, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Gastredner Gerriet Danz ermuntert zu Mut zur Utopie. Von Jürgen Stock

Das muss dem Kamp-Lintforter Bürgermeister Christoph Landscheidt und seinem Beigeordneten Christoph Müllmann runtergegangen sein wie Öl: Da sitzen die Chefs der Kamp-Lintforter Verwaltung im mit über 300 Führungskräften aus der Wirtschaft voll besetzten Veranstaltungsraum des heimischen Parkhotels, und der Hausherr des 20. Unternehmerstammtischs, Volksbank-Chefs Guido Lohmann, nennt ausgerechnet die Kamp-Lintforter Verwaltung als leuchtendes Beispiel: "Hier wird den Unternehmen die Tür geöffnet. Wir brauchen solche Macher, nicht Verhinderer." Später, im kleinen Kreis beim Bier auf der Seeterrasse, äußerten Teilnehmer an der Veranstaltung ihren Unmut darüber, dass sie gelegentlich bürokratische Gängelungen in den Nachbarstädten Neukirchen-Vluyn und Moers erführen.

Überhaupt hat sich der Unternehmerstammtisch der Volksbank Niederrhein im Parkhotel Kamp-Lintfort in den 20 Jahren seines Bestehens den Ruf erarbeitet, dass hier bei gepflegten Speisen und Getränken Klartext gesprochen wird. Dabei lassen sowohl Volksbank-Chef Lohmann wie auch die prominenten Gastredner den Blick weit über den heimischen Tellerrand hinaus schweifen.

Zwar befände sich die deutsche Wirtschaft derzeit in stabiler Verfassung, doch sieht Lohmann dunkle Wolken am Horizont heraufziehen: "Ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent ist im europäischen Vergleich ein guter Wert, dennoch werden die wirtschaftlichen Erfolge seit geraumer Zeit auch von äußeren Faktoren begünstigt, die weder berechen- noch steuerbar sind."

Lieblingsfeind Lohmanns scheint dabei derzeit der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, mit dessen Niedrigzinspolitik zu sein. Die nutze allein den Ländern, die hoch verschuldet seien. Verlierer seien dagegen die Arbeitnehmer, deren Altersvorsorge zunehmend gefährdet sei.

Diese Politik der Negativzinsen, die Angespartes entwerte, trage zur gegenwärtigen Vertrauenskrise bei, die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft derzeit überall im Lande zu spüren bekämen. Es fehle an Führungspersönlichkeiten, die sich der Sorgen und Ängste der Menschen annähmen. So reiche es nicht angesichts der riesigen Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik Menschen, die die Sorge um den Erhalt der staatlichen Ordnung und der sozialen Systeme umtreibe, ins moralische Abseits zu stellen. Nicht gerade vertrauensbildend, sondern" im höchsten Maße undemokratisch" verliefen aktuell auch die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP, bei dem man die Öffentlichkeit einfach ausschließe. Seinen Gästen rief Lohmann zu: "Ich glaube, dass man diese Vertrauenskrise nur von unten nach oben besiegen kann. Sie sind die Stützen unserer Gesellschaft, melden Sie sich zu Wort!

Anschließend schlug Bestseller-Autor Gerriet Danz, Dozent an der Berliner Steinbeis-Universität einen vergnüglichen Bogen vom Raumschiff Enterprise bis zu Kölner Taxifahrern der Gegenwart. Titel seines Kreativitäts-Schnell-Lehrgangs: "Utopie macht Umsatz - Erfolg fernab von 08/15."

Quelle: RP
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