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Moers
Mack und Uecker - Zero in Kalkar zu sehen

Moers. Die Kalkarer Galerie "Hof-Nr.3" holt die Nachkriegsmoderne ins mittelalterliche Stufengiebelhaus. Von Matthias Grass

Es sind Nägel. Dicke Nägel in einem Teller liegend, gegossen als ein glänzendes Stück Keramik. Ein schönes Stück Kunst von Günther Uecker, eine kleine Plastik als Auflage. Daneben steht die von ihm gestaltete Bibliothek der Nobelpreisträger, gehalten von zwei gerundeten Bronzen mit den Eindrücken von Nägeln, darüber seine geschriebenen Bilder.

Eine regelrechte Uecker-Abteilung haben die beiden Galeristen Hans-Hermann Bottenbruch und Harald Rickes hinter der wunderbaren Stufengiebelfassade ihrer Galerie "Hof-Nr.3" am Kalkarer Markt eingerichtet.

Einen Raum weiter stehen feine, geradezu durchsichtige Keramiken von Heinz Mack. In zarten Farbtönen dekliniert der Meister des Lichts die Schattierungen "von grün zu gelb", wie der Titel der Arbeit lautet. In einer Auflage von 20 Stück goss Mack die Edition, eine davon steht in Kalkar. Es fehlt auch nicht Macks "Blue Note", jenes Blatt voller Blau, getragen von Farbquadraten. Gerahmt werden die kleinen Skulpturen von rund 40 Arbeiten auf Papier - auch hier wieder großen Namen, die eines eint: die Künstlergruppe Zero oder eine Nähe zu ihr. Gegenüber Ueckers Blättern präsentieren die Kalkarer Galeristen den Zero-Gründer Otto Piene. Zu den großen Drei der Zero-Zeit kommen Blätter und Installationen vom Niederländer Jan Hendrikse und vom Brasilianer Almir Mavignier. Mavignier mit seinen bunten Drucken aus den 1970er Jahren, die in groben Rastern konische Figuren aufs Blatt bringen. Oder der Niederländer, dessen Kork-Installation fast eine ganze Wand einnimmt.

"Europäische Avantgarde" nennen die Galeristen die Ausstellung, die jüngst eröffnet wurde. Es ist tatsächlich ein Stück Avantgarde, das sich dort präsentiert, sehenswert, auch wenn es "nur" Auflagen sind. Neben Zero-Gründer Piene und Mack, die die Künstlergruppe 1958 in Düsseldorf gründeten, dann Uecker, der 1961 zur Gruppe hinzustieß. Die Truppe löste sich schließlich 1966 auf. Zu sehr liefen die Wege der drei auseinander. Dass die drei die Welt trotz der noch nahen Kriegserfahrung optimistisch sahen, zeigen die lichten, geradezu von Farbe leuchtenden Blätter, die in Kalkar zu sehen sind. Arbeiten voller Leichtigkeit.

Mavignier, 1925 in Rio geboren und Wahl-Hamburger, gehörte bald zum Umfeld der Gruppe, war 1964 auf der Documenta in Kassel. Hendrikse wiederum trug Zero über die Grenze und gründete in den Niederlanden unter anderem mit Armando die Gruppe "Nul".

Info: Die Ausstellung ist bis 28. Februar in Kalkar zu sehen.

Quelle: RP
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