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Moers
Marissa Möller verabschiedet sich vom Schlosstheater

Moers. Drei Jahre ist es jetzt her, dass Marissa Möller als neues Mitglied zum Ensemble des Moerser Schlosstheaters kam. Ein Multitalent, das ihr Publikum unter anderem mit ihrer Darstellung von Shakespeares Richard III., vor allem aber mit ihrem Chansonabend "Sprung in der Platte" zu begeistern wusste. Jetzt wird Marissa Möller das Schlossensemble verlassen und eine freie Bühnenkarriere beginnen. Jetzt hatten ihre Fans noch einmal die Gelegenheit, sie in ihrer ganzen schauspielerischen und gesanglichen Bandbreite zu erleben. Unter dem Titel "Das letzte Einhorn" präsentierte sie sich mit Unterstützung ihrer Dramaturgie-Kollegin Annika Stadler in einer 90-minütigen Vorstellung sowohl im Schlosstheater-Studio, im Pulverhaus und im Stadtpark.

Es war ein spannendes Theatererlebnis, bei dem keiner der Zuschauer immer so genau wusste, was Schauspiel oder doch Wirklichkeit war. Dabei fing alles ganz normal mit einer von den Musikern Jan Lammert und Felix Hecker instrumental begleiteten Gesangsdarbietung der scheidenden Künstlerin an. Eine Besucherin verlas einen Abschiedsbrief der Vorstandsvorsitzenden des Schlosstheaters, Carmen Weist, Jürgen Schmude vom Freundeskreis und Intendant Ulrich Greb wünschten Möller alles Gute. "Ja, danke. Hm, ja, Ja, hm, " stotterte sie verlegen ins Mikrophon und verließ anschließend das Studio, was Annika Stadler mit der Hoffnung auf eine Rückkehr ihrer Kollegin zum Anlass nahm, ein paar Geschichten aus früheren Zeiten zu erzählen.

Möller kam nicht zurück. Stattdessen wanderten die Besucher ins Pulverhaus, wo sie in dichten Nebelschwaden als Kind verkleidet immer wieder mit krächzender Stimme rief: "Ich bin die Möwe", und dazu wild mit den Armen ruderte. Schließlich konnte Annika Stadler, als Hase verkleidet, sie dazu bewegen, in ein blaues Abendkleid zu schlüpfen und mit den Besuchern gemeinsam einen Spaziergang durch den Moerser "Märchenwald" zu machen. Hier warteten Felix Hecker mit Fuchsmaske und Gitarre, sowie der Zauberer Valentin Linse auf das inzwischen zur Frau gewordene Kind und dessen zum Teil recht verwirrte Besucherschar. Am Ende landeten alle wieder im Studio, wo Möller das Lied vom "Last Unicorn" sang und dazu mit Annika Stadler einen Dialog über Träume, Ängste und das Leben führte: "Ich bin kein Einhorn. Ich bin kein magisches Geschöpf. Ich bin ein Mensch."

(lang)
 
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