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Rheurdt
Marktplatz-Bebauung? SPD verteidigt ihren Antrag

Rheurdt. Es gehe nicht nur um Asylbewerber, sondern generell um preiswerten sozialen Wohnraum in Zeiten hoher Mieten.

Kontroverse Reaktionen hat der Antrag der SPD-Fraktion im Rheurdter Gemeinderat über eine mögliche Bebauung des Marktplatzes Schaephuysen und des Grundstückes am Hallenbad ausgelöst. Die Fraktion hatte darauf verwiesen, dass durch den Zuzug von Flüchtlingen der Wohnungsmarkt in der Gemeinde an seine Grenzen sei, und dass eine Bebauung der beiden genannten Flächen für eine Entspannung der Lage sorgen könne. Die anderen Fraktionen hatten den Antrag unterstützt, die Verwaltung überprüft nun eine mögliche Bebauung. Danach sollen die Fraktionen erneut über eine mögliche Umsetzung beraten.

Nun sieht sich die SPD genötigt, auf ihrer Internetseite erneut Stellung zu nehmen. "Mit Interesse haben wir festgestellt, wie heftig die Reaktionen in Schaephuysen auf unseren Antrag ausfallen", schreibt die Ortsvorsitzende Barbara Wolter. Sie stellt klar, dass es nicht allein um die Unterbringung von Asylbewerbern gehe. Es werde auch immer wieder beklagt, dass es wenig altengerechte und preiswerte Wohnungen gebe. "Da zudem zur Zeit die Konditionen für den sozialen Wohnungsbau besonders günstig sind, haben wir den Wunsch, solche Projekte auch in unserer Gemeinde zu verwirklichen", so Wolter.

Dies könne man aber nur mit solchen Flächen tun, die im Besitz der Gemeinde seien - wie der Marktplatz. Wolters fährt fort: "Uns ist bewusst, welche Rolle der Platz im Dorfleben spielt, und deshalb möchten wir auch mit den Dorfbewohnern zusammen überlegen, wie ein solches Projekt gestaltet werden kann. Um aber überhaupt in eine Planung einzusteigen, muss die Verwaltung einen solchen Auftrag erhalten." Die Bürger sollten jedoch beachten, "dass wir bezahlbaren Wohnraum für alle errichten möchten und keinesfalls ,Schlichtbauten" im Kopf haben.

Zurzeit leben in der Gemeinde Rheurdt 148 Flüchtlinge. Die meisten von ihnen kommen aus dem Nahen Osten, vor allem aus Kriegsgebieten wie Syrien. Asylbewerber aus den Balkanstaaten, die vor einigen Monaten noch stark vertreten waren, kommen kaum noch ins Land. Die Asylbewerber sind in sechs Unterkünften der Gemeinde und in zwölf angemieteten Wohnungen untergebracht. Betreut werden sie außer von der Gemeinde von Ehrenamtlern und seit kurzer Zeit auch von Caritas-Mitarbeiterin Lydie Benninghofen.

(s-g)
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