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Moers
Martin Sonneborn mit "Krawall und Satire"

Moers. So gesehen hat der Satiriker Martin Sonneborn mächtig Karriere gemacht: Bekannt ist der ehemalige Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic" einem Millionenpublikum auch als investigativer Reporter in Oliver Welkes Heute-Show. Schräge Beiträge lieferte Sonneborn unter anderem aus dem EU-Parlament in Brüssel und Straßburg. Das EU-Parlament ist heute sein Arbeitsplatz, wo er als vom Volk gewählter Abgeordneter "Die Partei" vertritt. Auf Platz 781, mit allem, was zu diesem Amt, inklusive Limousinenservice, gehört.

Der Satiriker Sonneborn macht als Volksvertreter seine Arbeit, stimmt mal mit "Nein", mal mit "Ja". Darüber plauderte er im Moerser Bollwerk. Der Titel seines Programms lautete "Krawall und Satire", es war eine geballte Multimediashow mit Fotos und Einspielern. "N'Abend in Dings", meinte er zu Beginn. Mit der bekannten Beliebigkeit, kombiniert mit Kaltschnäuzigkeit, begrüßte er sein Publikum im Bollwerk, am Rande des Ruhrgebietes. "Ein Gebiet ohne Attraktionen. Haben Sie hier eigentlich einen Kiosk?", fragte er provokant. Gute zwei Stunden später verabschiedete er sich mit der Formulierung "Es ist schon spät, Sie müssen ja wieder früh in den Schacht IV" von einem begeisterten Publikum.

Sein Programm skizzierte den Aufstieg der Spaßpartei "Die Partei". In Brüssel sitze er bei den "Ausrangierten", der AfD-Vertreterin Beatrix von Storch oder dem polnischen Rechtsextremen Januzs Korwin-Mikke. Sonneborn ließ keinen Zweifel daran, dass es mit 21. Jahrhundert legal möglich sei, als Nonsenspartei den parlamentarischen Weg einzuschlagen. Juristische Nachschläge nehme er in Kauf. Mit populistischen Werbeslogans wie "Inhalte überwinden" und Ratschlägen wie "Jesus empfiehlt Die Partei" wurde Wahlkampf gemacht.

Sonneborn legte sich mit Kollegen und Lobbyisten an, spöttelte über EU-Chef Martin Schulz. Die satirische "Machtergreifung" sei eine Frage der Zeit. "Politik macht Spaß", so sein Fazit mit süffisantem Lächeln.

(sabi)
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