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Moers
Medientag: "Das Netz ist immer öffentlich"

Moers. In einem Workshop haben gestern Fachreferenten auf Initiative von Jugendbüro und die Drogenhilfe der Stadt über die Chancen und Risiken von Medienkonsum bei Kindern aufgeklärt. "Reiz und Risiko der digitalen Welt" war das Thema des ersten Moerser Medientages, zu dem 85 Vertreter von Schulen, Jugendhilfe und Jugendarbeit gekommen waren. In fünf Workshops informierten Fachreferenten über Fragen wie: Wie viel Mediennutzung ist vertretbar und wie lassen sich hier Regeln aufstellen? Wie erkennt man auffälliges Verhalten, das auf Sucht hinweist?

Der Münsteraner Medienpädagoge Johannes Wentzel zeigte auf kurzweilige Art in seinem Impulsreferat auf, dass heute nahezu jeder Erlebnis- und Bedürfnisbereich von Jugendlichen mit digitalen Medien verbunden sei. Das Problem beim Umgang mit Smartphones sei, dass es keinen Beipackzettel zu den Risiken und Nebenwirkungen gebe. Eltern und Pädagogen müssten den Jugendlichen klar machen, dass für Postings im Internet, und dazu gehören eben auch scheinbar private Unterhaltungen über "WhatsApp", gelte: "Das Netz ist immer öffentlich". Auch Michael Knothe vom Fachverband Medienabhängigkeit betonte in seinem Vortrag, dass die digitalen Medien grundlegende Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Bestätigung und Frustabbau erfüllen. Verbote würden zunächst wenig helfen, wohl aber Aufklärung, Begleitung und Vorbild. "Wenn man einem Jugendlichen heute sein Smartphone wegnimmt, ist es so, als hätte man uns in den 80ern das ganze Zimmer leergeräumt: Bücher- und Plattensammlung, Tagebuch, Poster, Telefonanschuss!" Zur Prävention von Medienabhängigkeit verwies er auf die Veröffentlichung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung mit dem Titel "Let´s Play". Lena Brundau vom Jugendbüro und Britta Dietrich-Aust von der Grafschafter Diakonie freuten sich über das große Interesse.

(rauh)
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