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Klingelbeutel
Mehr als ein bisschen Frieden

Moers. Der Friedensgruß ist schon zum festen Bestandteil eines Gottesdienstes geworden. Nach dem Gebet des "Vaterunser" lädt der Priester die Gemeinde ein, einander den Frieden zu wünschen. Hierauf kommt Bewegung in die Gemeinde. Die Gottesdienstteilnehmer wenden sich einander zu, geben sich die Hände und wünschen sich den Frieden.

Dieser Auftrag geht zurück auf den Frieden, den Jesus kurz nach seiner Auferstehung seinen Jüngern gewünscht hat. Man kann sich vorstellen, dass die Jünger Jesu kurz nach seinem Tod in einer Situation von Unruhe und Panik waren. Mit Jesu Tod gingen all ihre Hoffnungen verloren. In dieser Situation erscheint der Auferstandene seinen Jüngern und wünscht ihnen den Frieden. Für uns hier in Europa ist Frieden schon so selbstverständlich geworden, dass wir uns ein Leben in Krieg nur schwer vorstellen können. Der letzte Weltkrieg ist schon gut 70 Jahre her. Im Altenheim oder im Krankenhaus treffe ich oft Augen- und Leidenszeugen aus dieser Zeit, die hiervon erzählen. Flucht, Vertreibung, Not werden dann lebendig. Mir wird klar, für uns als Christen muss die Erhaltung des Friedens ein hohes Ziel sein. Wenn man die augenblickliche Weltpolitik verfolgt, ist der Frieden so sehr bedroht wie noch nie. Doch wie erhalte ich Frieden? Ist Frieden nur ein Schweigen der Waffen? Ist es mit einem mündlichen Friedensgruß getan? Nein, er kann nur ein Anfang sein. Er muss gelebt werden, und ich muss ihm in meinem Leben Raum geben. Wie verhalte ich mich meinen Mitmenschen oder Hilfsbedürftigen gegenüber? In diesen Begegnungen muss Friede spürbar werden. Im Gotteslob haben wir ein herrliches Gebet um den Frieden, es heißt: "Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich Liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbünde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist ...". In diesem Sinne: "Der Friede sei mit Ihnen!"

UNSER AUTOR REINER OTTERSBACH IST KRANKENHAUSSEELSORGER, MOERS.

Quelle: RP
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