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Moers
Mehr los bei der Zentrale für Verbraucherschutz

Moers. Der Beratungsbedarf bei der Zentrale für Verbraucherschutz ist im vergangenen Jahr gestiegen. Die Berater führten laut Auskunft der Moerser Büroleiterin Gisela Daniels im vergangenen Jahr 5998 Gespräche mit Ratsuchenden. Im Jahr zuvor waren es nur rund 5200 Kontakte. Einen besonders deutlichen Anstieg gab bei Nachfragen zu Finanzprodukten. Ging es darum im Jahr 2013 nur in 17 Prozent aller Fälle, lag dieser Wert im vergangenen Jahr bei 27 Prozent.

"Der Urteilsspruch des Bundesgerichtshofs, dass Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig sind, hat uns eine Flut von Anfragen beschert", sagte Daniels. Kreditinstitute, so die Leiterin, hätten "massenhaft" versucht, die Auszahlung zu unrecht erhobener Gebühren "mit fadenscheinigen Argumenten" zu verweigern. Ähnlich groß war der Beratungsbedarf für Immobilienkredite, nachdem Richter Anforderungen an die Widerrufsbelehrung definiert hatten. Offensichtlich habe die gegenwärtige Niedrigzinsphase viele Kunden bewegt, ihre Verträge auf Ausstiegsmöglichkeiten abklopfen zu lassen.

Ein typisches Beispiel, welche Probleme es mit Telefongesellschaften geben kann, schildert die Moersin Claudia Lehmann. Ihrer 80-jährigen Mutter sowie weiteren hochbetagten Hausbewohnern habe ein aufdringlicher Vodafone-Mitarbeiter neue Festnetzverträge aufgeschwatzt. "Als ich dann bei der Vodafone-Hotline anrief, weigerte man sich, mich zur Beschwerdestelle durchzustellen", klagte Lehmann. Die Verbraucherzentrale half und schickte noch gestern ein Fax mit einer Widerrufserklärung an die Telefongesellschaft.

Rechtlich sei die Lage ebenso eindeutig wie bei den Regeln für Schadensersatzzahlungen für verspätete Flüge. Einem Moerser Paar etwa verhalfen die Verbraucherschützer zu 1200 Euro Schadensersatz. Ein Air-Berlin-Flug nach Buba, den die beiden gebucht hatten, war wegen eines technischen Defekts sechs Stunden zu spät angekommen.

(ock)
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