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Rheurdt
Mehr Sicherheit gegen Starkregen-Folgen

Rheurdt: Mehr Sicherheit gegen Starkregen-Folgen
Dieses Foto machte Verwaltungsmitarbeiter Steffen Geiling im Juni. Es zeigt Kräfte der Gemeinde bei Aufräumarbeiten nach dem Starkregen. FOTO: Gemeinde
Rheurdt. Ein neues Regenrückhaltebecken in Rheurdt soll voll gelaufenen Kellern wie im Juni vorbeugen.

An den 23. Juni dieses Jahres können sich viele Rheurdter noch gut erinnern. Eine Gewitterfront zog über den Niederrhein, es fiel so viel Regen vom Himmel, dass im Ökodorf 25 Keller vollliefen. 72 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz, um die Wassermassen abzupumpen.

Schon bald nach diesem Ereignis gab es Forderungen aus der Politik, gegen solche Wetter-Kalamitäten besser vorzusorgen. Einen solchen Antrag hatte unter anderem die Fraktion von Bündnis 90/Grüne gestellt. Die Verwaltung schaltete in den Wochen nach dem schweren Regen zwei Ingenieurbüros ein, um Vorschläge erarbeiten zu lassen. Die Ergebnisse liegen vor und werden heute im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Ökologie diskutiert. Entsprechende Maßnahmen sollen durch die Politik beschlossen werden.

Schwerpunkt der Wassereinbrüche vor einem halben Jahr war der Bereich oberhalb des Dahlienweges und Narzissenweges, nicht weit von der alten Turmwindmühle, wo das Erdreich durch den Regen stark abgetragen worden war. Die Gemeinde hat mit einem Büro aus Wachtendonk den Plan entwickelt, das verhängnisvolle Hangwasser "in einem Regenrückhaltebecken auf der westlich der Bebauung liegenden landwirtschaftlichen Fläche aufzufangen und schadlos abzuleiten".

Dazu hat die Gemeinde dort ein Grundstück in Größe von rund 7000 Quadratmetern erworben, ein weiterer Kauf kam nicht zustande, weil der Besitzer nicht einverstanden war. Das neue Becken soll zwischen dem Lilienweg und dem Asternweg angelegt werden. Diese Sicherungsmaßnahmen werden rund 300.000 Euro kosten, das Geld ist in den Haushalt für das Jahr 2018 eingestellt worden.

Als damals die Gewitter über Nordrhein-Westfalen niedergingen, leitete die Landesregierung eine Soforthilfe ein - allerdings nur für bestimmte Regionen. Und zu denen gehörte Rheurdt nicht. "Die Betroffenen haben kein Geld erhalten", sagt Udo Hövelmans, Fachbereichsleiter der Gemeinde. Die Schäden im Ökodorf waren nach dem Kriterienkatalog der Verwaltung nicht schwer genug. "Das hat damals in vielen Gegenden für Ärger gesorgt", erinnert sich Hövelmans. "Es kam vor, dass der Landwirt auf einer Seite der Straße das Geld bekam, der ebenso betroffene Landwirt auf der anderen nicht." Die Soforthilfe lag bei 1000 bis 2500 Euro pro Haushalt.

(s-g)
 
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