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Moers
Mein erster Tag am Gymnasium

Moers: Mein erster Tag am Gymnasium
Klassenlehrerin Valerie Fortmann überreicht Hannah (rechts) und ihrer besten Freundin Amelie einen Stapel neuer Schulbücher. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Ein anderes Schulgebäude, fremde Mitschüler, neue Fächer und Lehrer: Die ersten Wochen als Fünftklässler sind aufregend. Hannah Bovelet nimmt uns an ihrem ersten Tag am Grafschafter Gymnasium mit. Von Natalie Urbig

Hannah trägt einen neuen Schulranzen. Keinen Grundschultornister mehr, sondern einen schwarzen Rucksack mit bunten Punkten. Denn Hannah geht jetzt aufs Gymnasium, es ist ihr erster Tag am Grafschafter. Die neue Tasche hat die Neunjährige auf den Rücken geschnallt, als sie mit ihren Eltern die große Aula betritt. Aufgeregtes Gemurmel füllt den Raum, Stühle werden hin und her gerückt, und einige Kinder rutschen unruhig auf ihren Plätzen. Auch Hannah ist aufgeregt. "Sie ist heute schon um vier Uhr wachgeworden", erzählt ihre Mutter, Silke Bovelet, "es ist aber wohl eher Vorfreude."

Es sind 58 Kinder, die in diesem Schuljahr gemeinsam mit Hannah aufs Grafschafter Gymnasium wechseln werden. "Auf die Kinder kommt erst einmal viel Neues zu", weiß auch Valerie Fortmann, Klassenlehrerin der 5a, in die auch Hannah gehen wird. Um die Aufregung bei den Kindern etwas zu lindern, gab es vorab einen Kennenlerntag.

Der erste Schultag beginnt für sie mit einem feierlichen Gottesdienst für die ganze Familie. Danach geht es für die Kinder in ihre Klassenzimmer: "Die Schule ist größer als meine Alte", sagt Hannah während sie die Treppe hinabsteigt und sich beeilt, um einen möglichst guten Sitzplatz zu ergattern. Ihre Freundin Amelie bleibt dicht an ihrer Seite. Seit der Grundschule sind die Zwei ein eingespieltes Team. Klar, dass die beiden Freundinnen auch im Gymnasium nebeneinander sitzen möchten.

Der Schulwechsel war bei Familie Bovelet öfter ein Thema. Die Wahl auf das Grafschafter Gymnasium fiel schnell. Auch, weil es eine Halbtagsschule ist und Hannah, die einen Gendefekt hat, von einer Integrationshelferin in den Unterricht begleitet wird. Mit der Schulleitung habe es deswegen einige Gespräche gegeben: "Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt", sagt Silke Bovelet.

In Hannahs erster Schulstunde am Gymnasium steht erst einmal Organisatorisches auf dem Plan: Die Kinder basteln Namensschilder, bekommen ihre Bücher und den Stundenplan ausgehändigt. "Der ist aber erst ab der nächsten Woche gültig", erklärt Valerie Fortmann ihren neuen Schützlingen. Denn in den kommenden Tagen gibt es zunächst eine Schulrallye und einen Ausflug, damit sich die Kinder besser kennenlernen und im Schulgebäude zurecht finden.

Erst dann beginnt der Alltag: Die Kinder werden bei verschiedenen Lehrern Unterricht haben, die Räume wechseln und sich daran gewöhnen müssen, an der neuen Schule nicht mehr zu den Großen zu gehören.

Auch neue Fächer sind auf Hannahs Stundenplan zu lesen: Physik etwa oder Politik. Noch eine Frage wirft der neue Stundenplan bei den Fünftklässlern auf: "Wer kann mir sagen, wozu die fünf Minuten Pause zwischen den Stunden gut sind?", fragt die Klassenlehrerin. "Um den Raum zu wechseln", weiß schließlich ein Mädchen aus der letzten Reihe. "Super, ihr seid ja schon richtige Experten, dann können wir ja gleich weitermachen mit dem Englisch-Unterricht." Hannah und die anderen lachen.

Manchmal seien es auch nur Kleinigkeiten, die die Fünftklässler nun lernen müssen. Etwa, dass es keine Frühstückspause in den Klassenräumen mehr gibt, sagt Valerie Fortmann. "Es dauert meistens einige Wochen bis alle angekommen sind, deswegen gehen wir es sehr kleinschrittig an."

Noch etwas wird sich in Hannahs Leben ändern: Früher wurde sie von ihrer Mutter zur Schule gebracht, nun muss sie den Weg alleine meistern. "Per Fahrrad oder Bus, wir haben beide Varianten geübt", sagt Silke Bovelet.

Nach so vielen neuen Eindrücken zieht die Neunjährige ein positives Fazit: "Es war gut", sagt sie. Und während sie mit Amelie noch etwas zurückhaltend am Flurrand steht und beobachtet wie eine Gruppe älterer Schüler wie selbstverständlich über den Gang hastet, ist sich Silke Bovelet sicher: "Bald werdet ihr hier auch so herumrennen."

Quelle: RP
 
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