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Moers
Meisterkonzert im Martinsstift

Moers. In dieser Woche läuft der neunte Meisterkurs für junge Pianisten. Von Olaf Reifegerste

"Auf dass Träume wahr werden", hätte man den Klavierabend im Kammermusiksaal der Moerser Musikschule überschreiben können. Denn alle für den neuen Pianisten-Meisterkurs angemeldeten Schüler lauschten verzückt bis tief beeindruckt dem exzellenten Klavierspiel ihrer beiden künftigen Dozenten. Eines Tages so spielen können wie sie, schoss da wohl so manchem durch den Kopf.

Doch erst Übung mache bekanntlich den Meister. Und so begann gestern für eine Woche der seit 2008 dort jährlich stattfindende mittlerweile neunte Meisterkurs für junge Pianisten. Seitdem unterrichten die beiden Hochschulprofessoren für Klavier, Josef Anton Scherrer und Manfred Aust, die diesmal zehn- bis siebzehnjährigen Jungpianisten. "Es freut mich ungemein, dass von den 20 diesjährigen Teilnehmern - so vielen wie nie zuvor - zwölf aus der Moerser Musikschule kommen", sagte Georg Kresimon, Leiter der Moerser Einrichtung. "Manche von ihnen nehmen bereits wiederholt daran teil, einer von ihnen sogar schon zum fünften Mal."

Ein straff durchorganisiertes Übungsprogramm liegt bis einschließlich Freitag vor den Teilnehmern. Das, so Kresimon weiter, bestehe aus Praxis und Theorie. Für letzteres sorge Timo Landen, der 2008 einmal selbst als Schüler am Meisterkurs teilnahm und vor kurzem sein Klavierstudium abgeschlossen habe. Am kommenden Samstag gibt es um 11 Uhr an gleicher Stelle ein Abschlusskonzert, dann alle Schüler vor ihren Meistern spielen werden. So können sie zeigen, was sie in der zurückliegenden Woche gelernt haben.

Doch am Samstagabend erfreuten die Klaviermeister erst einmal ihre Schüler einschließlich deren mitgekommener Eltern, Geschwister und Verwandten, Freunden und Bekannten. Scherrer trug dabei zwei Stücke von Johann Sebastian Bach vor, Aust dagegen ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart und eines von Robert Schumann.

Mit ganzem Körpereinsatz, hochkonzentriert und einem dem komponierten Klangbild entsprechenden Mimenspiel tauchte Scherrer meisterlich in die beiden Bach-Partituren ("Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903" sowie "Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004") ein. Letztere war eine Klavierbegleitung (von Johannes Brahms) allein für die linke Hand. Aust, der in seinem Studium einst Schüler bei Scherrer war, brillierte sowohl bei Mozarts "Fantasie c-Moll KV 475", als auch in der "Fantasie C-Dur op. 17" von Schumann. Gerade diese Komposition war es, die durch sein ungemein variantenreiches Spiel zwischen leidenschaftlich-energischen und träumerisch-ausschweifenden Klängen bestach.

Quelle: RP
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