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Moers
Menschen erzählen von Versöhnung

Moers: Menschen erzählen von Versöhnung
Christina Plischka (v.l.), Andrea Kröger und Fotografin Andrea Zmrzlak vor einigen der Porträtaufnahmen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Das Evangelische Familienbildungswerk Moers beginnt das Projekt "Du hast mich freundlich angesehen". Von Lena Goeres

Das menschliche Bedürfnis nach Versöhnung bildet die Grundlage des neuen Projektes des Evangelischen Familienbildungswerks Moers. Unter dem Titel "Du hast mich freundlich angesehen" werden Geschichten von Menschen erzählt, die vom Verzeihen und von Wendepunkten im Leben handeln.

In Zusammenarbeit mit Andrea Kröger, der Leiterin des Evangelischen Familienbildungswerks Moers, der Fotografin Andrea Zmrzlak und Christina Plischka wird das Projekt realisiert. "Es sollen die Geschichten der Menschen gehört, aufgeschrieben und vor allem gewürdigt werden", erklärt Kröger. Ziel sei es, mit Hilfe der Erfahrungen anderen Menschen Mut zur Versöhnung zu machen.

Das Projekt steht unter dem Motto des Bibelzitates: "Denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen" aus dem Ersten Buch Mose. Das Zitat stammt aus der Erzählung von Jakob und Esau. Durch eine List konnte Jakob das Erstgeburtsrecht seines älteren Bruders Esau gewinnen. Nach langer Zeit des Konfliktes kommen die Brüder am Ende der Begebenheit wieder zusammen und versöhnen sich. Kröger erklärt, dass die biblische Geschichte von Jakob und Esau als Vorbild diene, da es ein Vorkommnis sei, das jeden betreffe.

In dem Projekt des Evangelischen Familienbildungswerkes geht es um die ganz persönlichen Erlebnisse der Menschen, die oft mit Schuld, Betrug und Lügen verbunden sind. Kröger möchte weitere Menschen dazu ermutigen, ihre Erfahrungen zu erzählen und an dem Projekt teilzunehmen: "Es tut gut diese Geschichten zu erzählen, damit sie raus aus den dunklen Ecken des Lebens kommen". Bis Ende März 2017 ist die Teilnahme an dem Projekt möglich.

In einer Schreibwerkstatt haben die Menschen die Möglichkeit, ihre persönlichen Erlebnisse selber aufzuschreiben. Geleitet wird die Werkstatt von Christina Plischka, Master-Studentin des Biografischen und Kreativen Schreibens in Berlin. Plischka hat außerdem einen Internetblog erstellt, der näher über das Thema der Versöhnung informieren will. Die Fotografin Andrea Zmrzlak verleiht dem persönlichen Erlebnis das passende Bild. Die Menschen sollen ein Abbild des Erzählten in Form eines Fotos bekommen. Zmrzlak erklärt, dass es sich um ruhige Bilder handelt, in denen nichts von den Personen ablenken soll.

"Erst erzählen die Menschen ihre Geschichte, dann kommt die Bildidee", erklärt die Fotografin. Im Zentrum des Fotos steht das Gesicht des Beteiligten. Es soll ausstrahlen: "Ich bin versöhnt", so Kröger.

In der Woche der Begegnung vom 16. bis zum 22. September 2017 werden die Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung in der Stadtkirche in Moers präsentiert. Auch ein Buch mit den Ergebnissen des Projekts ist für das nächste Jahr geplant.

Weitere Informationen: familienbildungswerk@kirche-moers.de; info@zmrzlak-fotografie.de; Blog: www.duhastmichfreundlichangesehen.wordpress.com

Quelle: RP
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