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Moers
MGV Frohsinn: 140 Jahre gut bei Stimme

Moers: MGV Frohsinn: 140 Jahre gut bei Stimme
Der MGV Frohsinn einst und heute: die Liebe zum Gesang überdauerte die Generationen. FOTO: MGV frohsinn.
Moers. Der Moerser Chor feiert Jubiläum. Seit 1875 widmet er sich der Pflege des deutschen Liedes und der Geselligkeit. Wie bei viele andere Chöre beklagen die Herren derzeit einen Mangel an gesangsfreudigem Nachwuchs. Von Jutta Langhoff

Es war schon ein tolles Ereignis, das feierliche Jubiläumskonzert des Moerser Männergesangvereins Frohsinn 1875/1905 am 19. September im Haus der Freien Evangelischen Gemeinde Moers-Schwafheim. Drei befreundete Chöre, der MGV Teutonia Schwafheim, der Frauenchor Sangeslust Meerbeck und der zum Moerser Volkschor gehörige Kinderchor "Kinder in.Takt" waren gekommen, um den 31 Herren des ältesten Männergesangvereins der Grafenstadt singend zu seinem 140. Geburtstag zu gratulieren . Und auch die Besucherzahlen konnten sich sehen lassen.

Dabei hatte damals alles eher klein angefangen. Man zählte das Jahr 1874 - Wilhelm I. war gerade drei Jahre zuvor zum deutschen Kaiser gekrönt worden - da trafen sich in einem Moerser Wohnzimmer acht junge Männer, um in fröhlicher Runde miteinander die Stimmbänder schwingen zu lassen. Man sang vor allem alte deutsche Volkslieder und demonstrierte damit seinen nationalen Stolz auf das neue deutsche Kaisertum. Eine offenbar vergnügliche Beschäftigung, denn kaum ein Jahr später war die fröhliche Sangesschar bereits auf 27 Mitglieder angewachsen. Groß genug, um daraus einen Verein zu machen.

FOTO: Nein

Und so geschah es. 1875 wurde im soeben fertig gestellten Kaisersaal des damaligen Moerser Hotels "Geerkens" der Männergesangverein Frohsinn 1875 gegründet. Die beiden laut Satzung wichtigsten Aufgaben des jungen Vereins lauteten dabei: "Pflege des deutschen Liedes" und "Pflege der Geselligkeit". Doch das allein genügte den "frohsinnigen" Herren bald nicht mehr. Man war auch ehrgeizig. Mit Erfolg. Bei einem Chorwettstreit 1893 in Krefeld wurde der MGV Frohsinn Erster unter insgesamt zwölf Mitstreitern, und ein Jahr später konnte er bei einem anderen Sängerwettbewerb in Holten sogar 32 Chöre hinter sich lassen. Ein noch größerer Höhepunkt war im Juni 1902 die Enthüllung des Denkmals des Preußenkönigs Friedrich I. auf dem Moerser Neumarkt in Gegenwart von Kaiser Wilhelm I. und seiner Gattin. Der Verein durfte dazu singen.

Der Erste Weltkrieg beendete die Erfolgsgeschichte des MGV "Frohsinn" vorerst, doch schon kurz danach war man wieder bei Stimme. Und das sogar stärker als vorher. Von 1924 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte der Chor zeitweise bis zu einhundert Mitglieder. Dann herrschte erneute Funkstille. 1945 erlaubte die amerikanische Militärregierung dem Verein schließlich, wieder öffentlich zu singen. Die vorherige Größe erreichte er danach jedoch nicht mehr, sodass man sich 1967 mit dem Knappengesangverein "Rheinpreussen IV" zusammentat, dessen Gründungsjahr 1905 seither den Namen des MGV Frohsinn zusätzlich ziert.

Nach der Fusion zählte der Chor 65 Mitglieder, heute sind es noch 31, Tendenz fallend. Wie den meisten Männerchören fehlt es auch der "frohsinnigen"Sängerschar an jungem Nachwuchs. "Leider", wie nicht nur der zweite Vorsitzende Georg Bruckmann findet. Für ihn ist das Singen im Chor nach wie vor die schönste Form der musikalischen Äußerung. Eine Meinung, der sich seine Vereinskollegen uneingeschränkt anschließen dürften.

Der Moerser Männergesangverein "Frohsinn 1875/1905" wird seit Januar von dem Dirigenten Joannis Zedamanis geleitet. Die Proben finden mittwochs von 17.30 bis 19 Uhr im Hotel-Restaurant "Zum Kleinen Reichstag", Uerdinger Straße 64 statt. Interessenten sind dazu herzlich willkommen.

Quelle: RP
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