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Moers
Michael Schiefel trifft Sängerin aus Litauen

Moers. Mittwoch startet das Projekt "Stadt, Land, Fluss – Kultur": Künstler aus der Region und aus aller Welt treffen den Moerser Improviser in Residence Michael Schiefel. Initiator ist Rüdiger Eichholtz aus Moers. Von Anja Katzke

Michael Schiefel und die junge litauische Sängerin Eglé Sirvydyté sind begeistert: "Der Hall in diesem Raum beflügelt", schwärmt der Improviser in Residence. Gestern inspizierten die beiden Sänger ihren ersten Auftrittsort: eine Ausstellungshalle am Seewerk in Kapellen. "Ich finde es hier super. Den Ort kannte ich noch gar nicht", betont der Moerser Stadtmusiker, der auf Initiative des Netzwerks Improvisierte Musik Moers, kurz Nimm, für ein Jahr in der Grafenstadt lebt und arbeitet. Beide Sänger, die sich erst gestern kennengelernt haben, wissen schon genau, wie sie die zweigeteilte Halle der ehemaligen Dujardin-Fabrik nutzen wollen. "Das Publikum sitzt auf beiden Seiten der Wand, so dass es nicht jederzeit Sicht auf das Geschehen hat." Michael Schiefel und Eglé Sirvydyté wollen mit den Hör-Erwartungen spielen. Der Rest ist Improvisation.

Rüdiger Eichholtz, der vielen Moersern als Kurator der jährlich stattfindenden Kunstausstellungen im Industriedenkmal Schacht IV bekannt ist, hatte die Idee, solche ungewöhnlichen Begegnungen zu initiieren. In diesem Fall handelt es sich um eine Kooperation des Netzwerks Improvisierte Musik Moers, kurz Nimm, und dem Ruhrorter Kulturverein "Lokal Harmonie". Dort ist Eichholtz Vorsitzender. Das Projekt "Stadt, Land, Fluss – Kultur", das vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird, hat zum Ziel, die improvisierte Musik Schiefels mit anderen regionalen und internationalen Künstlern spartenübergreifend miteinander in Verbindung zu bringen – und zwar in der Stadt, auf dem Land und auf dem Fluss, wie der Titel des Projekts schon verrät.

Insgesamt vier Künstler sind in der Zeit von August bis Dezember als Residenz-Künstler im "Lokal Harmonie" zu Gast und arbeiten in Kooperation mehrere Tage lang mit dem aktuellen Moerser Improviser. Bei Nimm stieß Eichholtz mit seiner Projektidee auf offene Ohren, denn das Projekt ermöglicht, die improvisierte Musik des Stadtmusikers über den Rhein zu tragen. Nach der litauischen Performerin Eglé Sirvydyté wird Michael Schiefel noch drei weiteren Künstler begegnen und mit ihnen künstlerisch zusammenarbeiten: einem Musiker aus Polen, einem Schauspieler aus Berlin und einer Künstlerin aus Weeze am Niederrhein. Malerin Bettina Hachmann nutzte schon gestern die Gelegenheit, mit Michael Schiefel über das gemeinsame Projekt auf Schloss Wissen zu sprechen. "In Moers werden wir außerdem Workshops anbieten", berichtete die Künstlerin. Die litauische Sängerin Eglé Sirvydyté hat Rüdiger Eichholtz im vergangenen Jahr kennengelernt – und zwar auf dem Duisburger Jugendkulturprojekt "Crossroutes", zu dem Jugendliche aus allen Partnerstädten Duisburgs eingeladen waren. "Eglé war ebenfalls dort, und ich fand sie richtig gut", erzählt Rüdiger Eichholtz begeistert. www.lokal-harmonie.de

Quelle: RP
 
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