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Moers
Michalke wünscht sich Festival-GmbH

Moers: Michalke wünscht sich Festival-GmbH
FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Moers. Der Aufsichtsrat der Moers Kultur GmbH tagt heute. Festivalchef legt Konzept für die Jazz-Veranstaltung vor. Von Anja Katzke

Die Gespräche über die Zukunft des Moers Festivals gehen weiter. Erwartet wird, dass Reiner Michalke, künstlerischer Festivalleiter, heute dem Aufsichtsrat der Moers Kultur GmbH sein Konzept für eine Weiterentwicklung der finanziell angeschlagenen Musikveranstaltung vorlegt. Reiner Michalke hatte erst vor zehn Tagen in einem interfraktionellen Gespräch mit den Fraktionsspitzen und dem Bürgermeister sein Rücktrittsangebot als künstlerischer Festivalleiter zurückgezogen.

Wie aus einem internen Papier hervorgeht, das unserer Zeitung vorliegt und in der heutigen Aufsichtsratsitzung vorgestellt werden soll, schwebt Reiner Michalke unter anderem offenbar die Gründung einer Festival GmbH neben der bereits bestehenden Moers Kultur GmbH vor - mit dem Ziel, eine wirtschaftliche Trennung von Festival und Konzerthalle am Solimare herzustellen. Er schlägt vor, dass die Festivalhalle am Solimare im Besitz der Moers Kultur GmbH bleiben soll, bis eine Lösung für den Betrieb der Halle vorliege.

Offenbar kann es sich Reiner Michalke gut vorstellen, dass die beiden Gesellschaften verschiedene Geschäftsführer haben. Dass der Festivalleiter die Kosten der Veranstaltung auf mehrere Schultern (Stadt, Land, Bund) verteilen möchte, hat er bereits mehrfach angedeutet. Neu dürfte das Vorhaben sein, dazu einen "Moers-Festival-Staatsvertrag" abzuschließen. Wie aus dem internen Konzeptpapier hervorgeht, sei das Land Nordrhein-Westfalen aufgrund des gerade verabschiedeten Kulturfördergesetzes zu einer langfristigen Vereinbarung in der Lage.

Reiner Michalke schweben auch inhaltliche Veränderungen vor. So möchte er die Kinder- und Jugendprojekte wieder aufleben lassen, die er aufgrund der finanziellen Situation gestrichen hatte. Die Kosten beziffert er mit 50.000 Euro. Insgesamt geht er von einen Verlustausgleich der Stadt Moers von 200.000 Euro für das Festival ohne Halle aus. Der Festivalleiter kann es sich gut vorstellen, die Veranstaltung stärker als bisher in die Stadt hineinzutragen. In dem internen Papier ist unter anderem die Rede davon, einen zusätzlichen Festivaltag einzuführen - der allerdings nicht in der Konzerthalle am Solimare zu Buche schlagen soll. Der künstlerische Leiter greift bereits in anderen Städten etablierte Formate wie zum Beispiel Hauskonzerte auf, die in öffentlichen und privaten Gebäuden der Stadt Moers mit Festivalmusikern stattfinden könnten. Als mögliche Aufführungsorte schlägt er unter anderem die Stadtkirche, das Bollwerk 107 und das Rathaus vor.

Zur Gegenfinanzierung bietet Reiner Michalke offenbar an, auf den Pfingstmontag als vierten Festivaltag zu verzichten und in der Halle wieder zum Open House einzuladen, bei dem Moerser Projekte sich dem Publikum bei freiem Eintritt vorstellen können. Um das Festival in der Stadtgesellschaft zu verankern, hat Michalke vermutlich auch die Idee entwickelt, zu einer Art Public Viewing in die Innenstadt einzuladen. Dann sollen Inhalte des Festivals auf einer Großleinwand übertragen werden. Reiner Michalke war gestern selbst telefonisch nicht zu erreichen.

Neben den Vorschlägen des Festivalleiters zur Weiterentwicklung der Veranstaltung wird dem Aufsichtsrat heute auch ein Zwischenstand zum Jahresabschluss 2015 vorgelegt, vorgetragen vom Wirtschaftsprüfer. Außerdem soll Geschäftsführer Dirk Hohensträter einen Rückblick auf 2016 geben.

Quelle: RP
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