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Moers
Misstöne in Repelen

Moers. Hoch hergehen dürfte es morgen bei der Gemeindeversammlung der Kirchengemeinde. Die zwei Pfarrstellen sollen auf anderthalb gekürzt werden. Vor Ort fürchtet man den Verlust des ehrenamtlichen Engagements. Von Heribert Brinkmann

Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Repelen hat für morgen um 15 Uhr zur Gemeindeversammlung ins Gemeindehaus an der Linde eingeladen. Im Mittelpunkt der Tagesordnung steht die finanzielle Situation der Kirchengemeinde. Die weiteren Stichpunkte sind Sparmaßnahmen, Gemeindehäuser und 1,5 Pfarrstellen. Die Tagesordnung ist lange bekannt, aber den wenigsten war klar, wie brisant das Thema ist. Inzwischen hat es hinter den Kulissen mächtig Aufregung gegeben.

Eine halbe Stelle einsparen

Um was geht es? Die evangelische Kirchengemeinde hat in Repelen zwei Pfarrbezirke, die mit den Pfarrern Heinz-Jürgen Wagener und Uwe-Jens Bratkus-Fünderich besetzt sind. Jetzt hat sich in Repelen herumgesprochen, dass Pfarrer Bratkus-Fünderich ab Juli nur noch eine halbe Pfarrstelle in Repelen wahrnehmen soll. Von den zwei Pfarrstellen soll die Gemeinde, deren Mitgliederzahlen weiter zurückgehen werden, eine halbe Stelle einsparen. Die andere Hälfte könnte Bratkus-Fünderich durch die Seelsorgestelle beim Niederrhein Therapiezentrum Duisburg in Rheinhausen zurück erhalten, so dass er unter dem Strich finanziell nicht schlechter gestellt wäre. Das alles ist aber ergebnisoffen. Das Presbyterium hat noch keinen Beschluss gefasst, sondern will das Meinungsbild auf der Gemeindeversammlung abwarten.

Die Sparmaßnahme ist eine Maßgabe des Kirchenkreises. In der Nordregion ist eine halbe Stelle zuviel. Im Presbyterium wurde diskutiert, wie das umzusetzen sei. Pfarrer Wagener geht 2013 in Rente. Aber eine neue Stelle als halbe auszuschreiben, erscheint problematisch. Unstrittig erscheint, dass beide Pfarrer nicht mehr dienstlich für Aktivitäten von "Repelen aktiv" zur Verfügung stehen dürfen. Das wäre das Aus für ihr Engagement beim Dorffest und beim Weihnachtsmarkt. Im Presbyterium soll es keine Bereitschaft mehr geben, diese Aktivitäten als Kirchengemeinde weiter mitzutragen. Die Überlegungen im Presbyterium haben vor allem außerhalb der Kirchengemeinde für Aufregung gesorgt. Vertreter von "Repelen aktiv", Felke-Verein und dem Posaunenchor wollen morgen für den Status quo kämpfen. Auch in der Kulturszene wird ein Aus für das Konzertprogramm in der Dorfkirche befürchtet. Dort müsste ein ehrenamtlicher Kreis an die Stelle des Pfarrers treten. Die stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende Ariane Ehlert war gestern nicht zu erreichen.

Quelle: RP
 
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