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Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel (Folge 4)
Mit assistierter Ausbildung zum Erfolg

Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel (Folge 4): Mit assistierter Ausbildung zum Erfolg
Bäckermeister Eike Simon (r.) und seine Auszubildende Saskia Nabert (l.) profitieren von der assistierten Ausbildung. FOTO: Martin Büttner
Moers. Mit dem Instrument der assistierten Ausbildung unterstützt die Agentur für Arbeit im Kreis Wesel "schwächere" Auszubildende und ihre Ausbildungsbetriebe für einen möglichst gelungenen Start ins Berufsleben. Von Florian Langhoff

Bäckermeister Eike Simon von der Bäckerei Simon ist sehr zufrieden mit seiner Auszubildenden Saskia Nabert. Die 19-Jährige absolviert im Betrieb gerade eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin. Dabei wird sie im Rahmen der assistierten Ausbildung von der Agentur für Arbeit im Kreis Wesel unterstützt. "Ich hatte in der Schule relativ schlechte Noten und da hat die Agentur für Arbeit mir diese Maßnahme empfohlen", sagt die 19-Jährige. Jeden Freitag geht es für sie nach der Berufsschule für vier Stunden zum durch die Maßnahme geförderten Unterricht. "Wenn ich in der Berufsschule bei einem Thema Probleme habe, wird das da noch mal wiederholt", erklärt die Auszubildende. "Das läuft sehr gut und ich habe keine Probleme. Ich bin sehr zufrieden damit und mit meiner Ausbildungsstelle", sagt sie. Sie sei sich sicher, dass sie die Ausbildung nun schaffen werde.

Ihr Chef, Bäckermeister Eike Simon, hätte ihr auch ohne die Maßnahme der assistierten Ausbildung eine Chance gegeben. "Es liegt immer an den Auszubildenden, was sie aus sich machen", sagt er und ist mit Saskia Nabert hochzufrieden. "Sie ist wirklich sehr gut. Da spielt es keine Rolle, dass es vorher in der Schule nicht so gut lief", sagt Eike Simon.

Doch so wie der Bäckermeister denken längst nicht alle Inhaber von Ausbildungsbetrieben. Schlechte Noten oder andere Probleme in der Schule oder im bisherigen Lebenslauf sind oft Grund genug, einen Bewerber erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch zu laden. Junge Menschen, die Lernschwächen haben oder sozial beeinträchtigt sind, haben es dadurch schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden und diesen zu behalten. "Diese Gruppe von Menschen hat auch die höchste Abbrecherquote bei den Ausbildungen", berichtet Markus Brandenbusch, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit im Kreis Wesel.

Die assistierte Ausbildung soll hier Abhilfe schaffen. Bei verschiedenen Trägern bekommen Auszubildende zwischen vier und neun Stunden zusätzlichen Unterricht neben der üblichen Arbeits- und Schulzeit, die für die Ausbildung notwendig sind. "Die Inhalte werden dabei individuell festgelegt", erklärt Markus Brandenbusch. Neben Nachhilfe für die Berufsschule könnten hier auch Hilfe für den Alltag oder Verhaltenstraining auf dem Lehrplan stehen.

Auch Unternehmen profitieren von der Ausbildungsform. Vor allem kleine Betriebe und solche, die bisher nicht ausgebildet haben, bekommen einige Hilfen an die Hand. "Es werden zum Beispiel Ausbildungspläne erstellt und die Auszubildenden angemeldet. Und wenn es Probleme geben sollte, gibt es immer einen Ansprechpartner", erklärt Markus Brandenbusch. Dabei müssen die Betriebe allerdings nicht befürchten, dass ständig jemand den eigenen Auszubildenden auf der Arbeit begleitet. "Wenn etwas im Betrieb geschieht, dann immer in Absprache mit dem Unternehmen", sagt Brandenbusch.

Im Kreis Wesel sind noch einige Plätze für die assistierte Ausbildung frei. Doch nicht nur junge Menschen mit Lernbeeinträchtigung oder sozialer Benachteiligung, die einen Ausbildungsplatz suchen, können sich melden: Auch Betriebe, die "schwächeren" Auszubildenden eine Chance geben möchten, sind willkommen.

Quelle: RP
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