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Moers/Kamp-Lintfort
Mit Bello und Mieze durch die Ferienzeit

Moers/Kamp-Lintfort. Jedes Jahr vor und in den Sommerferien bietet sich in den Tierheimen das selbe Bild: Die Zahlen der ausgesetzten Haustiere steigt merkbar an. Doch mit der richtigen Planung und Hilfe muss es erst gar nicht so weit kommen. Von Laura Conrath

Ferienzeit ist Urlaubszeit. Doch schnell wird das Haustier bei der Planung vergessen. Die Abgabe ins nächstgelegene Tierheim oder sogar das Aussetzen des Tieres scheinen da oft eine valide Option - sehr zum Leidwesen der Haustiere und zum Ärgernis der Tierschützer.

Das merken zurzeit auch die hiesigen Tierheime Moers und Kamp-Lintfort. Für die Vereine sind die Belastungen in dieser Zeit besonders hoch, da sie schnell an die Grenzen der Kapazität und in finanzielle Engpässe geraten. In beiden Städten ist eine leicht steigende Zahl von Abgabetieren zu beobachten, wie die Tierheimvertreter bestätigen. Das Tierheim Kamp-Lintfort meint einen der Gründe dafür gefunden zu haben und warnt vor tierischen Weihnachtsgeschenken: "Der kleine Welpe und das süße Kitten, die unter dem Weihnachtsbaum erst noch so unkompliziert schienen, werden spätestens beim ersten Urlaub im Sommer darauf zur Belastung. Man sollte sich schon vor dem Kauf fragen, ob alle Familienmitglieder mit der Verantwortung zurecht kommen und was mit dem Tier während der Ferienzeit geschieht. "

Das Tierheim Moers hat aber auch einen positiven Trend beobachten können: "Erfreulich ist die sinkende Zahl von Fundhunden. Durch individuelle Wiedererkennungsmerkmale wie Chips, lassen sich die Halter schnell finden. In den meisten Fällen zeigen die Besitzer dann auch Einsicht und nehmen das Tier wieder an sich."

Die Anschaffung eines Tieres geht mit viel Verantwortung einher. "Tiere sind keine Wegwerfware, die ich ,entsorgen' kann, sobald sie meiner Urlaubsplanung im Weg stehen", so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Laut diesem werden in den Sommermonaten jedes Jahr fast 70.000 Haustiere von ihren Besitzern ausgesetzt. Darunter sind vor allem Hunde und Katzen, aber auch die Zahl der Kleintiere, wie Hamster, Meerschweinchen und Ratten, die während der großen Ferien in den örtlichen Tierheimen landen, steigt stetig an. Mit der richtigen Vorbereitung und versierten Anlaufstellen muss es jedoch gar nicht erst soweit kommen. Hunde wollen auch in den Ferien mit "ihrem" Menschen zusammensein. Zahlreiche Angebote für Urlaube mit dem Hund bieten die Möglichkeit, den Vierbeiner mitzunehmen. Um Überraschungen zu vermeiden, sollte der Tierarzt rechtzeitig aufgesucht werden, um einen Reise-Check-Up, nötige Impfungen und das Zusammenstellen einer Reiseapotheke durchführen zu können. Geht es ins Ausland, müssen besondere Einreisebestimmungen des Landes erfüllt werden.

Tiere wie Katzen, Kleintiere und Vögel bevorzugen ihre gewohnte Umgebung und sollten deshalb zu Hause gelassen werden. Ist kein tierlieber und kompetenter Nachbar zur Stelle, um sich um die Daheimgebliebenen zu kümmern, bieten Tierschutzvereine oft Betreuungen für Pensionstiere an. Während der Ferien sind diese allerdings stark frequentiert. Private Tiersitter können dann eine kostengünstige und verantwortungsvolle Lösung sein. Nur wie den richtigen Menschen aussuchen?

Der deutsche Tierschutzbund hat aus diesem Grund vor 22 Jahren die Urlaubsaktion "Nimmst du mein Tier, nehm' ich dein Tier" ins Leben gerufen. Dabei geht es darum Tierbesitzer und Tierliebhaber zusammenzuführen, die sich als Herrchen und Frauchen auf Zeit anbieten. Der nächst gelegende Tierschutzverein, der dieses Jahr an der Aktion teilnimmt, ist der Verein "Tierfreunde Bottrop".

Die Urlaubshotline steht montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 10 bis 16 Uhr zur Verfügung.

Quelle: RP
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