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Moers
Mit "Martial Arts" zu mehr Selbstvertrauen

Moers. Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp bietet "Martial Arts Coaching" mit professionellen Trainern an. Von Laura Conrath

Im Rahmen der Initiative "Fit durch die Schule" der AOK Gesundheitskasse Rheinland nimmt die Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp seit Juni 2015 am bisher einzigartigen Schulprojekt Martial Arts Coaching teil. Durch eine Arbeitsgemeinschaft ermöglicht sie Kindern der Jahrgangsstufen 5 bis 7 einen Einblick in verschiedene Kampfkünste. Dabei stehen die Vermittlung von Respekt, Fairness und Disziplin im Vordergrund.

Das hat natürlich nichts mit Kämpfen in Käfigen zu tun, wie es im derzeit angesagten Mixed Martial Arts der Fall ist. Vielmehr dient das Training der Gewaltprävention im Schulalltag. Es gilt, das innere Selbstbild und die Haltung der teilnehmenden Kinder zu stärken und sie so auf unangenehme Situationen vorzubereiten. Das Coaching unterstützt so die pädagogischen und sozialen Grundprinzipien.

15 Kinder nehmen derzeit an der Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Kristin Doering teil und lernen 90 Minuten pro Woche, was es heißt, fokussiert und fair anderen gegenüber zu treten. Dabei wird aber auch geübt, wie man sich im Notfall aus einer brenzligen Lage entwinden und dem Angreifer entkommen kann. Der Lehrerin und Gleichstellungsbeauftragten ist es deshalb besonders wichtig vielen Mädchen die Techniken beizubringen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Denn wer sicher auftritt, fällt seltener in die sogenannte Opferrolle. Sie selber hat den schwarzen Gürtel in Karate und wurde in einer mehrtägigen Fortbildung zum Martial Arts Coach ausgebildet, um die Schülern ihrer Schule auch nach Ende des Projekts weiter ausbilden zu können.

Begleitet wird Kristin Doering von einem Coaching-Team, in dem unter anderem Joseph B. Samonte ist. Der professionelle Kampfkünstler besitzt eine eigene Kampfsportschule in Duisburg und vermittelt den Kindern mit viel Ruhe und Authentizität die Werte von Karate, Kung Fu und Co.

Und das kommt gut bei den Kindern an. Laurin (11) und Alin (11) aus der 5e der Anne-Frank-Gesamtschule haben sich trotz des gleichzeitig stattfindenden Box-Angebots für das Martial Arts Projekt entschieden. "Viele unserer Freunde wollen sich boxen und machen sich darüber lustig, aber wir finden es wichtig, uns verteidigen zu können." Diese Ansicht teilen auch Nele (11) und Lara (10), die als Mädchen trotzdem nicht zur Minderheit der AG gehören. Ihnen macht das Angebot viel Spaß und sie fühlen sich nun wesentlich sicherer. Dass sie das Gelernte einmal anwenden müssen, daran glauben sie nicht wirklich, aber "manchmal muss man sich ein ganzes Leben mit Kämpfen beschäftigen, um nicht selber kämpfen zu müssen", so Projektleiter Peter Hummel, Diplom-Pädagoge und Psychotherapeut, der das Projekt entwickelt hat.

Quelle: RP
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