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Moers
Mit voller Kraft für die Frauen in Neukirchen-Vluyn

Moers. "Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Geleichberechtigung ..." So heißt es in Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes. In jeder Kommune mit mehr als 10.000 Einwohnern gibt es deshalb eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte. In Neukirchen-Vluyn erfüllt diese Aufgabe seit 2004 Cornelia Hüsch. Sie wohnt im Ortsteil Niep, ist verheiratet und hat eine 22-jährige Tochter. Die 51-jährige Verwaltungsfachwirtin arbeitet mit einer halben Stelle für die Gleichstellung, mit der anderen Hälfte erfüllt sie Aufgaben im Schulverwaltungsamt. Von Ulrike Rauhut

Halbe Stelle, jedoch volle Kraft für die Frauen: Hüsch ist ansprechbar in allen familiären, gesellschaftlichen oder beruflichen Themen, bei denen Frauen Rat und Unterstützung benötigen. Häufig sieht sie sich dabei als Lotsin. Sie ist bestens vernetzt, kennt sich aus im Behördendschungel, erläutert ruhig und sachlich alle Möglichkeiten und verweist an die richtigen Stellen.

Beispielsweise hilft sie Frauen, die nach der Erziehungszeit den beruflichen Wiedereinstieg planen, bei Fragen der Weiterbildung oder Kinderbetreuung. Die Bundesagentur für Arbeit und die Fachstelle "Frau und Beruf" beim Kreis Wesel sind wichtige Kooperationspartner, mit denen sich Hüsch regelmäßig in Arbeitskreisen trifft. Ziel dieser Netzwerke ist es unter anderem, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die spezifische Situation von Frauen zu schaffen. Ein Ergebnis ist beispielsweise der Flyer mit dem doppeldeutigen Appell "Frauen verdienen mehr!" Steht eine Frau nach einer Trennung vor existenziellen Problemen, bietet Hüsch eine erste Beratung an und schaut zusammen mit der Frau, wie es weitergehen kann. Auch wenn eine junge Frau sich vor Problemen sieht, weil sie eine Ausbildung in einem typischen Männerberuf machen möchte, kann die Gleichstellungsbeauftragte helfen und begleiten.

Innerhalb der Stadtverwaltung ist sie an allen Personalmaßnahmen beteiligt. Bei Neueinstellungen oder Schaffung neuer Ausbildungsplätze genauso wie bei der Vorbereitung einer Frau auf eine Führungsposition. "Dass wir jetzt eine Frau als Leiterin des Tiefbauamtes haben, ist schon ein toller Erfolg", sagt Hüsch. "Das zeigt, dass mehr möglich ist, als man landläufig meint: eine Frau in einem technischen Beruf. In einer Führungsposition. In Teilzeit. Das geht!" Bei einer anderen Mitarbeiterin hat sie erkämpft, dass diese ihre Arbeitszeit auf vier statt fünf Tage verteilen kann. Hintergrund war die Vereinbarkeit des Berufes mit der Pflege eines Angehörigen. Ein weiteres internes Projekt ist die Schaffung von Ausbildungsplätzen in Teilzeit für junge Mütter.

Ein Herzensanliegen ist Cornelia Hüsch der Themenbereich "Frauen und Alter". Das Projekt "Wohnen und Leben im Alter", an dem in Neukirchen-Vluyn verschiedene Einrichtungen mitwirken, hat sie mit initiiert. Für die Seniorenbegleitung und die kulturellen und informativen Veranstaltungen gilt es immer wieder, Ehrenamtliche zu gewinnen und Fördergelder zu akquirieren. Für Frauen zwischen 30 und 50 Jahren plant Hüsch momentan eine Veranstaltung mit der Finanzberaterin Brigitte Ommeln. Am 13. April soll es dabei um die Frage gehen, was Frauen für eine sichere Versorgung im Alter tun können. "Denn Altersarmut bei Frauen ist ein Riesenthema, was junge Frauen leider oft verdrängen", sagt Hüsch.

Zusammen mit den anderen Gleichstellungsbeauftragten des Kreises hat sie ein Programm rund um den internationalen Frauentag am 8. März erstellt. Alle Veranstaltungen sowie viele weitere Informationen zum Thema Gleichstellung findet man im Internet:

www.frauenkreiswesel.de

Quelle: RP
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