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Moers
Moers bekommt jetzt einen Mülldetektiv

Moers. Der Enni-Verwaltungsrat hat sich in seiner gestrigen Sitzung mit zahlreichen Neuerungen bei der Abfallentsorgung auseinandergesetzt. Die wichtigste: Das Unternehmen wird demnächst einen Mitarbeiter einstellen, der Müllsündern auf die Pelle rückt. Dabei geht es sowohl um illegale Abfallentsorgung wie falsch befüllte Mülltonnen. Von Jürgen Stock

Zwischen 800 und 1000 Mülltonnen muss ein Enni-Mitarbeiter pro Fahrt auf die Rampe seines Fahrzeugs wuchten. Bei dieser Schwerarbeit im Akkord bleibt kaum Zeit, zu kontrollieren, ob etwa die Bio-Tonne korrekt befüllt ist. Doch genau das wäre zuweilen durchaus angebracht. Immerhin verliert das Unternehmen nach eigenen Angaben bis zu 80.000 Euro im Jahr allein durch Falschbefüllungen. Damit soll jetzt Schluss sein: Die Enni will so schnell wie möglich einen Mitarbeiter einstellen, der sich ums so genannte Müll-Monitoring kümmern soll. "Das war eigentlich schon zum 1. April geplant, doch ist der Kandidat, den wir ausgesucht hatten, leider kurzfristig wieder abgesprungen", berichtet Enni-Geschäftsführer Hans-Gerd Rötters.

Für die Entsorgung von kompostierbaren Abfällen berechnet das Entsorgungszentrum Asdonkshof pro Lkw mit zehn Tonnen Ladung 900 Euro. Für die gleiche Meldung Restmüll werden aber 2070 Euro fällig. Und eben diese Summe muss Enni zu Lasten der Gebührenzahler häufig auf den Tisch legen, weil der Bio-Müll mit normalem Müll durchsetzt ist.

Zwar soll der neue Enni-Mitarbeiter in erster Linie aufklärend wirken. "Es wird aber nicht allein bei der freundlichen Ansprache bleiben", verspricht Rötters' Vorstandskollege Lutz Hormes. "Bei wiederholten Verstößen werden die Betroffenen mit Konsequenzen zu rechnen haben." Dies könnten zum Beispiel Bußgelder sein, oder die Enni stellt den Betroffenen gegen Berechnung eine größere Restmülltonne vor die Tür. Damit muss auch rechnen, wer seine Restmüllbehälter so befüllt, dass die Deckel nicht mehr zuzuklappen sind. Zudem soll der neue Mülldetektiv sich auch um die Verursacher von wildem Müll kümmern.

Der Verwaltungsrat legte gestern außerdem die Grundlage für eine neue Müll-Gebührenordnung. Moers wird dadurch erstmals einen so genannten Einwohnergleichwert von 7,5 Liter Müll pro Wochen bekommen. Das heißt: Für jeden Bürger muss mindestens dieses Volumen an Müllgefäßen vorgehalten werden. Faktisch, so Hormes werde sich nur für Haushalte ab fünf Personen etwas ändern, die in einigen Fällen möglicherweise größere Behälter benötigen.

Ehe die Enni künftig Elektro-Großgeräte in den Haushalten abholt, will das Unternehmen erst den Bedarf ermitteln. Das soll eine Umfrage unter 500 Haushalten leisten.

Quelle: RP
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