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Dirk Hohensträter
Moers Festival: Notfalls dritte Liga

Moers. In der nächsten Woche trifft sich der Aufsichtsrat der Moers Kultur GmbH. Ein Thema ist die Zukunft der Festivalhalle. Die RP fragte den Geschäftsführer, was zu tun ist, damit 2017 ein geordnetes Moers Festival stattfindet.

Herr Hohensträter, auf welchen Baustellen sind Sie aktuell unterwegs, damit dann 2017 ein geordnetes Moers Festival stattfinden kann?

Hohensträter Wir haben im Aufsichtsrat eine große Einigkeit darüber erzielt, dass es eine Trennung zwischen der Moers Kultur GmbH und der Festivalhalle geben muss. Das war eine wichtige Entscheidung. Trotzdem stehen noch eine ganze Menge Themen auf meiner Agenda. So muss das Festival wirtschaftlich gesichert aufgestellt werden. Da geht es auch um die Frage, wo noch Einsparungen zu erzielen sind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit mit den Fördergebern Bund, Land und Kulturstiftung. Sie erwarten ein adäquates Programm, mit dem wir das Festival für die Zukunft aufstellen wollen. Das ist eine Herausforderung.

Die Fördermittel von Bund und Land Nordrhein-Westfalen waren für 2016 avisiert, sind aber bislang noch nicht geflossen. Warum nicht?

Hohensträter Es waren Abstimmungsgespräche zu führen, unter anderem weil der Bund als Förderer hinzugekommen ist. Eine wesentliche Frage ist, wer künftig was fördert. Es bringt nichts, wenn die Mittel zum Beispiel nur in den künstlerischen Bereich fließen. Dann hätten wir dort möglicherweise einen Überschuss, der an anderer Stelle fehlt. Ich gehe davon aus, dass die Förderung rückwirkend zum 19. Februar 2016 bewilligt wird.

Wann werden die Fördermittel dann nach Moers fließen?

Hohensträter Ich gehe davon aus, dass Bund und Land schnellstmöglich agieren werden.

Wären die Mittel von Bund und Land schon früher auf das Konto der Moers Kultur GmbH überwiesen worden, wäre die Entnahme aus dem Garantievertrag mit der Stadt Moers dann überflüssig gewesen?

Hohensträter Nein. Für die buchhalterische Aufstellung war die Entnahme aus dem Garantievertrag unumgänglich. Wir haben alles richtig gemacht. Meine Prognose für 2015 belief sich auf 268.000 Euro, benötigt haben wir 264.000 Euro.

Für Freitag war ursprünglich ein Workshop terminiert, in dem über die zukünftige Ausrichtung des Moers Festivals diskutiert werden sollte. Warum wurde er abgesagt?

Hohensträter Weil zu wenige Personen hätten teilnehmen können. Es findet aber zeitnah ein Treffen des Aufsichtsrats der Moers Kultur GmbH statt, bei dem die anfallenden Themen besprochen werden.

Zum Beispiel, wie es mit der Festivalhalle am Solimare weitergeht.

Hohensträter Wie gesagt: Es gibt eine große Einigkeit darin, dass Festivalhalle und Kultur GmbH getrennt werden. Darauf hat sich der Aufsichtsrat bereits vor dem Sommer verständigt. Zudem gibt es auch einen Arbeitsauftrag des Rates an die Stadtverwaltung, wie hier ein Ausgestaltungskonzept aussehen könnte. Dort liegen alle Zahlen auf dem Tisch. Es gab mehrere Varianten, die untersucht wurden. Die Stadtverwaltung wird ihr Konzept zeitnah in den Gremien vorstellen.

Ist es jetzt nicht auch dringend notwendig, dass ein neuer künstlerischer Leiter installiert wird? Namen kursieren ja bereits.

Hohensträter Was die künstlerische Leitung betrifft, möchte der Aufsichtsrat selbstverständlich ein Wörtchen mitreden. Allerdings sind hier auch die Fördergeber und Partner wie WDR und ARTE wichtige Ansprechpartner, mit denen zunächst einmal gesprochen wird.

Reiner Michalke hat in seinem Abschiedsbrief angeboten, seine bisherigen Vorarbeiten für das Moers Festival 2017 zur Verfügung zu stellen. Würden Sie diese Hilfe in Anspruch nehmen?

Hohensträter Dazu kann ich Ihnen nichts sagen. Es gibt noch keine Einigung mit Reiner Michalke. Ich möchte aber betonen, dass ich ihn künstlerisch sehr hoch schätze. Er hat mit dem Moers Festival eine gute Performance abgegeben.

Wie wird das Moers Festival im kommenden Jahr 2017 denn aussehen?

Hohensträter Ich bin sicher, dass 2017 ein Moers Festival stattfinden wird. Denn sonst besteht das Risiko, dass wir die Zuschüsse, die wir für die Halle bekommen haben, zurückzahlen müssen. Alle sind sich einig, dass die Veranstaltung langfristig gesichert werden soll. So viel Klarheit und Einigkeit gab es bisher noch nie. Ich würde mich freuen, wenn das Festival weiterhin in der ersten Liga mitspielen würde, notfalls spielt es aber auch in der dritten Liga.

War die finanzielle Situation der Gesellschaft denn eigentlich bekannt, als Sie den Posten als Geschäftsführer übernommen haben?

Hohensträter Absolut nicht. Ich dachte, wir könnten sofort loslegen. Wenn das absehbar gewesen wäre, hätte ich die Aufgabe nicht übernommen. Die wirtschaftliche Situation ist eine große Herausforderung

ANJA KATZKE FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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