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Moers
Moers im Schatten der Zeche Rheinpreußen

Moers. Autor Reinald Lukas hat über die Beziehung von Kirche und Bergbau in Moers ein Buch geschrieben. Von Anja Katzke

Mit Schacht IV der Zeche Rheinpreußen erreichte Anfang des 20. Jahrhunderts der Bergbau auch Moers. Und er sollte das Gesicht der ländlich geprägten Stadt in den nächsten Jahrzehnten verändern. Wie sehr, das zeigt Autor Reinald Lukas in seinem Buch "Kirchliches Leben und Bergbau am Niederrhein - Beiträge zur kirchlichen Sozial- und Zeitgeschichte" mit vielen interessanten und wissenswerten Informationen auf. Moerser, die sich für die Bergbaugeschichte ihrer Stadt interessieren, dürften insbesondere im Kapitel "Im Schatten von Rheinpreußen" in dem 670 Seiten starken Buch auf ihre Kosten kommen, das in Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt am Niederrhein entstanden war. Darin beleuchtet Lukas die besondere Beziehung von Kirche und Bergbau in den Moerser Stadtteilen.

Fast acht Jahre lang beschäftigte Reinald Lukas das Thema, er besuchte Archive, wälzte Bücher und führte Gespräche. Ausgangspunkt für das umfangreiche Werk war eine Ausstellung des Vereins "Kirche und Bergbau" über den Arbeitskampf der Bergleute im Jahr 1995. "Nach der Ausstellung entstand eine Dokumentation, für den ich den historischen Part geliefert habe", erinnert sich der Autor aus Duisburg.

Damals recherchierte er so viel Material über das Thema zusammen, so dass bald die Idee zum Projekt "Kirchliches Leben und Bergbau am Niederrhein" entstand. Lukas war fasziniert. "Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen", sagt der Diplom-Sozialwissenschaftler. Der Autor lässt in seinem Buch nicht nur die Entwicklung des Bergbaus am linken Niederrhein Revue passieren, er liefert dem Leser Fakten über die Moerser Stadtteile bis zurück zu ihren historischen Ursprüngen. Der Fokus liegt jedoch auf der wechselseitigen Beziehung von Kirche und Zeche Rheinpreußen. "Der Bergbau übernahm soziale Verantwortung für die Bergleute, die im Schatten von Rheinpreußen lebten", erläutert der Autor. Davon profitierten die Kirchengemeinden, deren Mittel beschränkt waren: Der Bergbau unterstützte sie finanziell oder mit Materialspenden beim Bau ihrer Kirchen und Kindergärten - so zum Beispiel in Asberg: Mitte der 1950er Jahre setzte sich die Rheinpreußen AG an die Spitze der Spenderliste und half, mit einer Barspende von 20.000 DM den Bau eines Kindergartens für die evangelische Kirchengemeinde zu realisieren.

"Kirchliches Leben und Bergbau am Niederrhein-Beiträge zur kirchlichen Sozial- und Zeitgeschichte" kann für 38,80 Euro beim Lehrstuhl für Evangelische Theologie, Institut der christliche Gesellschaftslehre der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Jähnichen, E-Mail: Traugott.Jaehnichen@rub.de, bestellt werden.

Quelle: RP
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