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Moers
Insolvenz angemeldet: PM-Park vor ungewisser Zukunft

Moers: Insolvenz für PM-Park angemeldet
Ulrich Weber steht seit 20 Jahren für Eventgastronomie großen Maßstabs an der Franz-Haniel-Straße in Moers. Mit seinem neuen PM-Park scheint er sich aber verhoben zu haben. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Geschäfte laufen nicht gut, das neue Konzept zieht zu wenige Gäste an. Betreiber Ulrich Weber hat einen Antrag auf Insolvenz eingereicht. Der Betrieb soll vorläufig wie gewohnt weitergehen. Von Josef Pogorzalek

Nach gerade mal einem Jahr steht fest: Der PM-Park an der Franz-Haniel-Straße ist nicht der Kundenmagnet, den sich Geschäftsführer Ulrich Weber erhofft hatte. 2014 ging er mit einem komplett neuen Konzept für den Eventtempel im historischen Gemäuer der Zeche Rheinpreußen Schacht 4 an den Start. Aus der früheren Großraumdiskothek – eine in ihren besten Zeiten weit über die Grenzen von Moers bekannte Institution – wurden Sportsbar, Atelier und Goldclub; der letztere wurde erst im Oktober 2014 offiziell eröffnet. Stand früher die Altersgruppe der 18- bis 22-Jährigen im Fokus, so sollten nun auch Menschen gesetzteren Alters mit einem differenzierten Gastronomieangebot angesprochen werden.

"Aber die Klientel ist nicht in der erforderlichen Menge gekommen", brachte am Dienstag Rechtsanwältin Tanja Bückmann das Problem nüchtern auf den Punkt. Die Juristin aus Oberhausen ist vom Amtsgericht Kleve zur vorläufigen Insolvenzverwalterin im Verfahren über das Vermögen der PM Gaststättenbetriebs-Gesellschaft bestellt worden. Ulrich Weber sei nach wie vor Geschäftsführer, erläuterte sie. Alle Entscheidungen müsse er aber im Einklang mit ihr treffen.

Noch sei es zu früh, um Verlässliches über die Zukunft des PM-Parks sagen zu können. "Wir müssen feststellen, inwieweit der Betrieb mittelfristig, am besten sogar langfristig weitergeführt werden kann", sagte die Juristin. Eine Möglichkeit böte die Übernahme durch einen anderen Betreiber – der freilich erst gefunden werden muss. "Aber auch die Sanierung der Gesellschaft selbst ist möglich. Das ist allerdings die Ausnahme." Bis auf Weiteres werde der Betrieb im PM-Park wie gewohnt weitergehen. Auch Entlassungen stünden derzeit nicht auf der Tagesordnung. Nach Angaben von Tanja Bückmann arbeiten im PM 15 Festangestellte und 30 Aushilfen.

Weber hat seine Mitarbeiter in der vergangenen Woche über die Situation informiert und den Antrag auf vorläufige Insolvenz eingereicht. "Am Montag ist er vom Gericht angenommen worden", sagte er am Dienstag. Der 58-Jährige wollte nicht über Gründe für das Ausbleiben der Gäste spekulieren. "Es handelt sich um eine sehr diffizile Situation." Am Mittwoch habe er ein Gespräch mit der vorläufigen Insolvenzverwalterin. Darin hoffe er, einige Dinge klären zu können. Wichtig sei für ihn, dass die geplanten Veranstaltungen im PM-Park zunächst wie geplant laufen. Im Atelier ist zum Beispiel für den 29. August eine Ü-30-Party, für den 3. Oktober ein Oktoberfest terminiert. Weber äußerte Interesse daran, den PM-Park selbst wieder in sicheres Fahrwasser zu führen. Ob das möglich ist, müsse sich zeigen. "Wir sind in einem sehr frühen Stadium des Verfahrens."

Weber ist seit Mitte der 1990er Jahre Chef im PM. "Zehn Jahre lang habe ich es mit einem Kompagnon geführt, dann alleine", erzählte er. "Mitte November könnten wir 20 Jahre PM feiern."

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