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Anzeige in Moers
Mann soll Schwan im Park gequält haben

Moers. Ordnungsamt und das Veterinäramt des Kreises Moers haben angekündigt, die Kontrollen verstärken zu wollen. Ein Unbekannter verletzt und tötet angeblich Enten, Gänse und Schwäne. Sogar mit einem Knüppel soll er zuschlagen. Von Jürgen Stock

Ein unscheinbares, in eine Plastikhülle verpacktes Din-A4-Blatt beschäftigt derzeit viele Menschen in Moers. Das Blatt hängt an einem alten Baum an der Westseite des Stadtparks. Darin beschreibt ein anonymer Autor mit großen Computer-Lettern, wie ein unbekannter Täter in Moers Schwäne, Enten und Wildgänse drangsaliere. Bei dem Mann soll es sich um einen 55- bis 60-Jährigen mit grauen Haaren und "gepflegtem Äußeren" handeln.

Mehrere Spaziergänger hätten beobachtet, wie der angeblich 1,70 Meter große Mann die Tiere zunächst füttere und sie dann mit Schlägen attackiere. Er soll laut dem Zettel sogar Küken zertreten haben. Das Wort "ZERTRITT" ist im Text in Großbuchstaben geschrieben.

In den sozialen Netzwerken gab es neben empörten Reaktionen auch zahlreiche Stimmen, die bezweifelten, dass an den Vorwürfen etwas dran sein könnte. Schließlich habe es bislang keinerlei Polizeimeldungen über den Vorfall gegeben. Das stimmt. Eine Anfrage unserer Redaktion bei der Kreispolizeibehörde Wesel ergab, dass dort keine Anzeige vorliegt.

Der Schwan soll blutig geschlagen worden sein. FOTO: Uwe H. (2), ock (2)

Allerdings machte eine Polizeisprecherin darauf aufmerksam, dass in Fällen von mutmaßlicher Tierquälerei das Kreisveterinäramt federführende Behörde sei. Und die bestätigte, dass ein Mann im Laufe der Woche Anzeige erstattet habe. Gestern Abend meldete sich der Zeuge bei unserer Redaktion. Uwe H. ist mit seinem Hund fast täglich im Park unterwegs. Und fast genau so häufig ist ihm der unbekannte Tierquäler aufgefallen: Zwischen 14 und 16 Uhr ist er unterwegs. Sobald der ein Tier sieht, geht er drauf los.

"Ich habe selber gesehen, wie er eine Ente so getreten hat, dass ihr Flügel brach. Einem Schwan hat er mit einem Stock geschlagen, bis er blutete. Und er hat versucht, auf die Küken der Teichhühner zu treten." H. hat den Verdächtigen fotografiert. Auf dem Bild, das unserer Redaktion vorliegt, ist ein Mann in einer blauen Jack-Wolfskin-Jacke mit Rucksack zu sehen.

Inzwischen nehmen die Behörden den Fall ernst. "Aufgrund der Anzeige hat das Ordnungsamt der Stadt nach Rücksprache mit dem Kreisveterinäramt die Streifen im Stadtpark verstärkt", teilte ein Sprecher der Stadt mit. Bislang hätten aber keine Fälle von Tierquälerei beobachtet werden können.

Verdächtige Beobachtungen sollten laut Polizei und Stadt am besten sofort der Notrufzentrale der Polizei unter der Nummer 110 mitgeteilt werden. Schnelles Handeln tut not, findet Uwe H. "Die Brutzeit hat gerade begonnen, wer weiß, was da noch alles passiert."

Quelle: RP
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