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Moers
Moers trauert um Ernst Timm

Moers. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD starb im Alter von 88 Jahren. Von Jürgen Stock

Er schien unverwüstlich. Trotz schwerer Krankheit und eines schmerzhaften Rückenleidens war Ernst Timm bis ins hohe Alter immer noch in Moers oder Neukirchen-Vluyn unterwegs. Immer hatte er Zeit für ein Schwätzchen und war interessiert, was in der Welt vor sich ging. Jetzt ist er im Alter von fast 89 Jahren gestorben.

Nicht nur seine Partei, die SPD, sondern alle, die seit den 60er-Jahren in Moers Politik gestaltet haben, werden ihn als einen Menschen voller Schaffenskraft in Erinnerung behalten. Freundschaften pflegte Timm über die Parteigrenzen hinweg, wie er überhaupt ein pragmatischer Mensch war, der Ideologien misstraute.

Ungewöhnlich für einen Sozialdemokraten der wilden 60er- und 70er-Jahre: Ernst Timm konnte mit Zahlen umgehen. Das bekamen auch seine Freunde beim Doppelkopf zu spüren. Timm hatte immer ein feines Gespür dafür, wer die hohe Herz-Zehn im Blatt hatte.

Dem Rat der Stadt gehörte Ernst Timm 30 Jahre lang an: von 1964 bis 1994. Sechs Jahre lang, von 1968 bis 1974, war er Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Über die Mitgliedschaft im Bauverein Moers, in dessen Aufsichtsrat er bereits 1954 im Alter von gerade einmal 27 Jahren gewählt wurde, fand er seinen Weg auf das politische Feld, das er prägte wie kein anderer: Timm war Spezialist für Grundstücke, Immobilien und Planungsangelegenheiten. Zehn Jahre lang leitete er den Aufsichtsrat der Stadtwerke Moers. Maßgeblich war er an der Kooperation mit der Stadt Neukirchen-Vluyn beteiligt, aus der dann die Enni hervorging.

Für sein kommunalpolitisches Engagement erhielt er 2006 das Verdienstkreuz der Bundesrepublik.

Quelle: RP
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