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Moers
Moers will Schulwege sicherer machen

Moers. In einem Pilotprojekt entsteht derzeit ein Wegeplan für die Eschenburg-Grundschule. Die Beschilderung wird verbessert, eine "Hol- und Bringzone" eingerichtet, Bordsteine werden abgesenkt, Zebrastreifen angelegt. Von Josef Pogorzalek

Vor dem Haupteingang der Eschenburgschule gilt ein absolutes Halteverbot. Doch das kümmert die "Mama-Taxis" wenig: Jeden Morgen bringen viele Eltern ihre Kleinen mit dem Auto bis vor die Schultür. "Nur wenn die Polizei kontrolliert hat, bessert sich das eine Zeit lang", sagt die stellvertretende Schulleiterin Irene Sebastian. Das Problem, das es wohl an allen Schulen gibt, soll bald Geschichte sein. Hinter der Schule, wo es erheblich mehr Platz gibt, wird eine "Hol- und Bringzone" für motorisierte Eltern eingerichtet. Über einen Zebrastreifen, der ebenfalls noch eingerichtet werden muss, können die Mädchen und Jungen dann das Schulgebäude sicher erreichen.

Die Hol- und Bringzone ist Teil eines Schulwegplans, der in einem Pilotprojekt für die Asberger Grundschule erstellt wird. Stadtverwaltung, Schule, Polizei arbeiten gemeinsam daran. Ziel ist es, den Schulweg für die Kinder insgesamt sicherer zu machen. Am Ende bekommen Eltern und Kinder tatsächlich einen Plan an die Hand. Er gibt Tipps zum Schulweg, zeigt auf einer Karte Ampeln, Zebrastreifen, Fahrbahneinengungen auf und zeigt auf Fotos die Stellen, wo besondere Achtsamkeit nötig ist. Ähnliche Schulwegpläne sollen in den nächsten Jahren auch die anderen Moerser Grundschulen bekommen.

Neben Geschwindigkeitsmessungen, Verkehrszählungen und Beobachtungen der Abläufe an den Schulen, stellen Elternbefragungen eine Grundlage für den Schulwegplan dar. Das Interesse an der Eschenburgschule war groß: 280 Fragebögen wurden an die Mütter und Väter verteilt, 133 sind ausgefüllt an die Stadt zurückgegangen. Dabei nannten die Eltern insgesamt 45 Gefahrenstellen rund um die Schule, darüber hinaus wurden viele Probleme angesprochen - wie zu schnelle Autos, rücksichtslose Fahrer, parkende Autos, Wende- und Rangiermanöver, fehlende sichere Querungsstellen, unübersichtliche Verkehrssituationen und mehr.

Nun arbeitet die Stadt eine Liste von Maßnahmen ab, die den Weg zur Eschenburgschule sicherer machen sollen: Von der Aufstellung von Geschwindigkeits-Displays, über farbliche Markierungen und Fußgängerfurten, Zebrastreifen, neuen Schilder und Tempobegrenzungen bis hin zu Änderungen von Ampelphasen und dem Umbau von Straßen. "Dem heutigen Straßenbild in Asberg ist vielerorts das Leitbild der ,autogerechten Stadt' anzusehen", heißt es in einer Verwaltungsvorlage. "Vielfach sind die Straßenräume überdimensioniert." An Einmündungen müssten Fußgänger oft weite Wege über die Fahrbahn nehmen. Gerade für Verkehrsneulinge sei dies eine Herausforderung. Eine Straßeneinengung kann Abhilfe schaffen. Allerdings gehört der Umbau zu den Maßnahmen, die - nicht zuletzt wegen der Finanzierungsfrage - eher langfristig infrage kommen.

Wichtiger Bestandteil des Schulwegeplans ist die "Hol- und Bringzone" für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Die gekennzeichneten Zonen sollen mindestens 150, besser aber 250 Meter von der Schule entfernt sein. Natürlich dürfe der weitere Weg keine ungesicherten Straßenquerungen aufweisen. Man müsse abwarten, ob und wie Eltern dies annehmen, meint Irene Sebastian. Schließlich könnten die autofahrenden Mütter und Väter schon jetzt weiter weg von der Schule halten, was die Lage deutlich entzerren würde. Wenn der Schulwegplan im April vorliegt, wolle die Eschenburgschule mit einer Aktionswoche um Akzeptanz bei Schülern und Eltern werben, sagt Irene Sebastian. "Was dann kommt, müssen wir schauen."

Quelle: RP
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