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Moers
Moerser bekommen nun ein Turbo-Internet

Moers: Moerser bekommen nun ein Turbo-Internet
Oben: Eine Maschine verlegt dickes Glasfaserkabel im Erdreich.
Moers. In den nächsten Tagen startet die Telekom mit dem Breitband-Ausbau. Glasfaserkabel ermöglichen schnelle Datenübertragung. Von Josef Pogorzalek

Eine einzelne Glasfaser ist siebenmal dünner als ein menschliches Haar. Dieses hauchfeine Gebilde kann über Lichtsignal eine riesige Menge von Daten transportieren. "An ein herkömmliches Kupferkabel können wir maximal 150 Telefonanschlüsse hängen, an eine Glasfaser hunderttausend und mehr", illustrierte gestern Peter Kroppen den Leistungsunterschied. Der Leiter des Infrastrukturvertriebs West der Telekom unterzeichnete gestern im Rathaus gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Fleischhauer eine Absichtserklärung zum Ausbau des Glasfaser-Netzes in Moers. Ziel ist eine Beschleunigung des Internets. Bereits Ende des Jahres sollen in Moers (genauer: im Bereich der Vorwahl 02841, also auch in Baerl) Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit verfügbar sein. Daten können dann doppelt so schnell wie jetzt aus dem Netz geladen werden. Im sogenannten Upload wird sich die Geschwindigkeit sogar ungefähr vervierfachen.

"Wir machen aus der Grafenstadt eine Highspeed-Stadt", sagte Kroppen. Das Schöne für die Kunden ist dabei: Für sie bleibe der Umstieg aufs schnelle Internet ohne Mehrkosten. Dennoch werde kein Anschluss "automatisch" umgeschaltet, sondern nur dann, wenn der Kunde einen Auftrag dazu erteilt. 45.000 Haushalte werden nach Abschluss der Umrüstung über die schöne neue Internetwelt informiert. Natürlich wird die neue Technik auch Firmen und Betrieben zur Verfügung stehen. "Aus dem Gewerbepark Genend gibt es viele Nachfragen", sagte Kroppen. Wer aufs schnelle Internet umsteigt, muss an der Technik im Haus normalerweise nichts verändern. "Maximal müssen Kunden einen neuen Router anschaffen", sagte gestern Telekom-Projektleiter Uwe Abels. Das ist so, weil die Glasfaserkabel "nur" bis zu den Verteilerkästen verlaufen werden. Von dort bis zum Haus bleibt die herkömmliche Kupferleitung erhalten. Die Verlegung von Glasfasern bis in die Häuser sei aufwendiger, langwieriger und teurer. Sie sei deshalb nur in Neubaugebieten Standard.

Bei der Verlegung des Glasfaserkabels (wohl an die 100 Kilometer werden es sein), will die Telekom möglichst vorhandene, bereits bei früheren Straßenbaumaßnahmen verlegte Leerrohre nutzen. Die baulichen Eingriffe sollen sich in Grenzen halten. "Ganz ohne Bagger wird es aber nicht gehen", so Abels. Über eventuelle Verkehrsbehinderungen wolle man rechtzeitig informieren.

Wer mit offenen Augen durch Moers geht, wird es künftig auch äußerlich als Highspeed-Stadt identifizieren können. Die heutigen im Stadtgebiet verstreuten Verteilerkästen, 140 an der Zahl, haben ausgedient. Sie werden durch fast doppelt so große, bis zu zwei Meter breite und 1,60 Meter hohe Verteilerschränke ersetzt. Der Platz ist für die neue Technik notwendig, die das Glasfaserkabel mit dem Kupferkabel verbindet und das Lichtsignal des einen ins elektrische Signal des anderen umwandelt. Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurde die Telekom jüngst gebeten, die großen, grauen Schränke für eine Gestaltung zum Beispiel durch Schulkinder freizugeben. So etwas ist bei der Telekom bislang nicht vorgesehen.

Eine 100.000-Einwohner-Stadt wie Moers erzeugt heutzutage soviel Datenvolumen wie vor 20 Jahren die halbe Erde. Die Bedeutung des Internets wird in den nächsten Jahren eher wohl weiter wachsen. Es soll denn auch weiter beschleunigt werden. Für Ende 2017 kündigte Kroppen eine Software an, die derzeit erprobt werde und Übertragungen von 250 Megabit pro Sekunde möglich machen werde. "Perspektivisch" peile die Telekom sogar 550 Megabit an.

Wer sich für einen der neuen Anschlüsse interessiert, der kann über die kostenlose Rufnummer 0800 330 3000 oder auf www.telekom.de/schneller über Verfügbarkeit, Geschwindigkeiten und Tarife informieren und vor ab registrieren lassen.

Quelle: RP
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