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Moers
Moerser bilden Menschenkette gegen Fremdenhass

Moers. Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage ruft für den 30. Januar zu einer Kundgebung in der Innenstadt auf. Von Josef Pogorzalek

Am Samstag, 30. Januar, werden sich die Menschen in Moers die Hände reichen. Vom Widerstandmahnmal bis zum Synagogenbogen in der Altstadt soll die Menschenkette verlaufen, zu der das Moerser Bündnis für Toleranz und Zivilcourage aufruft. "Wir wollen zeigen, dass Moers gegen Gewalt und Intoleranz steht", sagte gestern Hans Hanke, Sprecher des Bündnisses. "Wir merken, dass die Stimmung zurzeit kippt." Die Gewalt gegen Flüchtlinge nehme zu. In sozialen Netzwerken wie Facebook wachse die Zahl ausländerfeindlicher Kommentare. "Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert." Dabei schaut das Bündnis auch über die Grenzen der Stadt hinaus. In Moers selbst gebe es eine gute Zusammenarbeit mit Migranten, es herrsche ein "relativ freundliches Klima".

Gebildet hatte sich das Bündnis in den 1990er Jahren, als es in Deutschland zu Anschlägen auf Asylbewerbeheime kam. "Seitdem haben wir viele Aktionen auf die Beine gestellt", sagte Hajo Schneider, ebenfalls Sprecher des Bündnisses. Nachdem es an der Flüchtlingsunterkunft Xantener Straße im vergangenen Jahr ausländerfeindliche Farbschmierereien gegeben hatte, malte das Bündnis Willkommensplakate für die Flüchtlinge. "Die Plakate hängen jetzt noch in der Unterkunft. "300 Leute haben damals mitgemacht."

Es handle sich um ein loses Bündnis, sagte Hans Hanke. "Aber wenn's notwendig wird, sind wir da." Das zeigt sich auch jetzt, bei der Organisation der Menschenkette. Alle im Rat vertretenen Parteien und viele andere Vereine, Verbände und Kirchengemeinden unterstützen den Aufruf zur Menschenkette. "Insgesamt sind es 38 Organisationen." Und 250 Menschen, darunter auch Flüchtlinge, hätten bereits zugesagt, am 30. Januar in Moers dabeizusein. Wenn es mehr werden sollten - umso besser. Der Tag der Menschenkette ist bewusst gewählt: Der 30. Januar 1933 ist als Tag der nationalsozialistischen Machtergreifung in die Geschichte eingegangen. Reichspräsident Hindenburg ernannte Adolf Hitler zum Reichskanzler. Wenig später war die Demokratie in Deutschland tot.

Die Teilnehmer der Menschenkette werden sich am 30. Januar um 12 Uhr auf dem Altmarkt treffen. Von dort soll sich die Kette in Richtung Landratsamt und Synagogenbogen fortspinnen. Nach Auflösung der Menschenkette werden die Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann (SPD) und Ulle Schauws (Grüne) das Wort ergreifen. Kerstin Radomski (CDU) sei an dem Tag leider verhindert.

Bereits für 11.30 Uhr lädt die katholische Gemeinde St. Josef zu einem Friedensgebet in der Kirche am Kastellplatz ein.

Quelle: RP
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