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Kamp-Lintfort
Moerser bringt WM-Musical auf die Bühne

Kamp-Lintfort: Moerser bringt WM-Musical auf die Bühne
Kai Hüsgen ist künstlerischer Leiter des Musicals "Das Wunder von Bern". FOTO: Brinkhoff/Moegenburg
Kamp-Lintfort. Kai Hüsgen ist künstlerischer Leiter der Hamburger Musical-Produktion "Das Wunder von Bern". Der ausgebildete Tenor, der schon in zahlreichen Opern- und Musicalhäusern auf der Bühne stand, ist in Moers aufgewachsen. Von Anja Katzke

Kai Hüsgen fährt jeden Tag über die Elbe zu seinem Arbeitsplatz: das neue "Stage Theater an der Elbe" in Hamburg. Nach Engagements als Sänger unter anderem in Wien, Dresden und Berlin hat der Tenor, der in Moers aufgewachsen ist, die Seiten gewechselt. Er ist künstlerischer Leiter der Musicalproduktion "Das Wunder von Bern", die im vergangenen November uraufgeführt wurde. "Ich bin in dieser Funktion der verlängerte Arm des Regisseurs und der Vorgesetzte des Ensembles", erläutert Kai Hüsgen im Gespräch mit der RP.

Als das Angebot kam, in Hamburgs neuem Musical mitzuwirken, hat Kai Hüsgen nicht lange gezögert: "Ich fand es spannend, an einer Welturaufführung mitwirken zu können." Die Produktionsfirma Stage Entertainment hatte das Theaterhaus an der Elbe eigens für "Das Wunder von Bern" neu erbaut. Es befindet sich direkt neben dem Spielhaus des Disney-Musicals "Der König der Löwen". Kai Hüsgen: "Als die Proben im letzten September starteten, war das Haus noch eine Baustelle."

Kai Hüsgen ist künstlerischer Leiter des Musicals. FOTO: Brinkhoff/Moegenburg

Das Musical, das seit November erfolgreich läuft, basiert auf dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann. Das Stück erzählt vor dem Hintergrund der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1954 vom Leben der Menschen im Nachkriegsdeutschland. "Das Wunder von Bern beschreibt eine wichtige Zeit-Epoche und ist zugleich eine bewegende Familiengeschichte", erläutert Kai Hüsgen. "Es geht um einen Vater, der zu seinem Sohn, und um eine Nation, die zu sich selbst findet."

Hüsgen, der in Moers aufgewachsen ist und das Grafschafter Gymnasium besuchte, begeisterte sich schon als Kind für Musicals. Er war Mitglied im Rock'n'Roll-Club RRC 22/11 Moers, mit dem er 1999/2000 Deutscher Meister und Vize-Europa-Meister im Rock'n'Roll-Formationstanz wurde. "Wir haben damals eine Choreographie zum Musical Grease einstudiert und wurden zu einer Vorstellung von Grease eingeladen", erinnert sich der Künstler. Hüsgen fing Feuer und schloss sich der Musical Factory der Moerser Musikschule an. "So fing alles an."

Später absolvierte er seine Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München, stand schon während des Studiums auf Theaterbühnen, unter anderem in "West Side Story", "Der kleine Horrorladen" und "Moulin Rouge". Danach folgten Engagements an etlichen Opernhäusern. Er stand für Elisabeth in Stuttgart auf der Bühne, für Chess in Essen und Dresden, für Hair in Basel und Kassel, für Tanz der Vampire in Berlin. Die künstlerische Leitung am Stage Theater an der Elbe ist für den Moerser aber nicht der erste künstlerische Seitenwechsel: Sein Regiedebüt gab er mit "Sunset Boulevard" am Theater Pforzheim in der Spielzeit 2013/14. Dort folgte eine zweite Inszenierung mit "The Who's Tommy". Und auch als Autor ist Hüsgen mit dem Stück "Wenn Rosenblätter fallen" erprobt.

"Als mir der Operndirektor in Pforzheim anbot, bei ihm zu inszenieren, habe ich mich sofort darauf gestürzt." Es war die Möglichkeit, die künstlerische Energie in eine neue Richtung zu entwickeln. Kai Hüsgen mag nicht ausschließen, irgendwann wieder als Sänger zu arbeiten. "Aber ich habe mich nach zehn Jahren jetzt erst einmal bewusst dagegen entschieden. Ich habe als Sänger auf der Bühne viel erreicht", sagt er.

In der Hamburg ist Hüsgen nicht nur für das Ensemble zuständig, das 36 Darsteller umfasst. Er hat auch das komplette Stück mit der Zweitbesetzung einstudiert. "Bei einer guten Ensuite-Produktion ist es mir wichtig, dass jedes Ensemble-Mitglied sich mit seiner Persönlichkeit einbringen kann", betont der künstlerische Leiter.

In der Inszenierung gehe es zugleich darum, Schauspiel und Technik in Einklang zu bringen, sagt er. Denn eine Besonderheit ist sicherlich die riesige LED-Leinwand, an der die Schauspieler performen und die auch für stimmungsvolle Fußball-Endspiel-Atmosphäre sorgen soll. Hüsgen: "Es ist Teil meiner Aufgabe, dass die Technik nicht vom Spiel der Darsteller ablenkt."

Das Stage-Musical "Das Wunder von Bern" läuft insgesamt acht Mal die Woche im Stage Theater an der Elbe in Hamburg.

Quelle: RP
 
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