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Moers
Moerser Caritas-Werkstätten produzieren für den Weltmarkt

Moers. Eigentlich sind die Caritas- Werkstätten derzeit in Betriebsferien. Trotzdem arbeiten einige Frauen und Männer an der Gutenbergstraße in Moers fleißig weiter: Die Produktion für K2 lässt keine Pause zu. Das Unternehmen aus Renningen bei Stuttgart stellt Montagesysteme für Solarmodule her und ist einer der Marktführer auf diesem Gebiet. Die Klemmen und Halterungen, die dafür gebraucht werden, setzen Mitarbeiter der Moerser Caritaswerkstätten zusammen. Seit zwei Jahren arbeiten sie für K2 - und haben die Auftraggeber mit ihrer Leistung überzeugt: "K2 hat jetzt die gesamte Produktion an uns abgegeben", sagte gestern Abteilungsleiter Frank Schulz. Von Josef Pogorzalek

Jeden Mittwoch fährt ein Lastwagen mit 42 Paletten Rohmaterial an der Gutenbergstraße vor. Und jeden Donnerstag rollt ein LKW an, der die zusammengesetzten und verpackten Produkte abholt. "Wir machen 14-tägig 170.000 bis 180.000 Klemmen", sagte Schulz. Die Zahl der dafür gebrauchten Einzelteile geht in die Millionen. Für unterschiedliche Dächer und Solarpaneele gibt es unterschiedliche Befestigungssysteme, erklärte Schulz.

"Es gibt 20 verschiedene Klemmentypen, bis vor kurzer Zeit waren es sogar 34." Die Arbeit ist anspruchsvoll und verantwortungsvoll. In Ländern wie den USA gebe es besonders hohe Sicherheitsstandards. "Da darf sich nichts lösen", so Schulz.

Die in Moers montierten Produkte gehen natürlich nicht nur in die USA: "Wir produzieren global", betonte Dietmar Bruske, Gruppenleiter in der Werkstatt. K2 liefere auch nach China oder Australien - eben rund um den Erdball. Derzeit wachse der südamerikanische Markt, sagte Schulz: "Brasilien hat entdeckt, dass man aus Sonnenlicht Energie herstellen kann."

Aus Moers für die Welt: Ein schöner Gedanke, der den behinderten Werkstatt-Mitarbeitern genauso gut gefällt wie Bruske oder Schulz. "Die Leute identifizieren sich mit der Arbeit", sagte der Gruppenleiter. Und dass das, was sie tun, auf Umwegen auch dem Klimaschutz dient, ist dem Arbeitsklima in der Werkstatt ebenfalls förderlich. "Die Arbeit macht Spaß", sagte Martina Schulz, die bereits seit 36 Jahren in der Werkstatt ist. "Man kann das Tempo selbst bestimmen", meinte ihr Kollege Holger Baer. "Und ich kann meine Feinmotorik dabei üben."

15 Werkstatt-Arbeitsplätze sind für die K2-Produktion reserviert. Klar bekommen auch diese Mitarbeiter ihren Urlaub - nur halt gestaffelt, so dass kontinuierlich an den Klemmen geschraubt und gesteckt werden kann. Fortbildungen gehören zum Programm der Mannschaft. "Dabei haben wir ein Solarpaneel auf eine Platte montiert", erzählte Bruske. Daran können die Werkstatt-Mitarbeiter jetzt ihre Handys mithilfe von Sonnenlicht aufladen.

Quelle: RP
 
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