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Moers
Moerser gewinnt die Song-Slam-Premiere im Bollwerk 107

Moers. Jetzt hat auch die "kleineste Großstadt Deutschlands", wie Mit-Moderator Helge Goldschläger zu Beginn der Veranstaltung die Grafenstadt Moers nannte, ihren "Song Slam". Zusammen mit Markim Pause, der die angekündigte Christine Brinkmann kurzfristig ersetzte, führten sie souverän durch den zweistündigen Abend der Bollwerk-Premiere eines noch weitgehend unbekannten "Slam"-Formates. Von Olaf Reifegerste

Nach dem Erfolg von "Poetry Slam" und dem auf jenen Spuren wandelndem "Science Slam" hat sich in jüngster Zeit ein weiterer "Slam"-Ableger auf den Weg gemacht, sein Publikum zu finden. Inzwischen gibt es bundesweit zig "Song-Slams" beziehungsweise "Singer-Songwriter Slams", wie diese zuweilen auch genannt werden - so auch in den meisten Großstädten NRWs, darunter Düsseldorf, wo das Slammer-Trio Goldschläger, Brinkmann und Pause regelmäßig derartige Literatur-, Wissenschafts- und Musikschlachten veranstaltet.

Ablauf und Regeln folgen beim "Song Slam" im Wesentlichen der Tradition des "Poetry Slam": Jeder Musiker versucht, mit selbst geschriebenen Texten und komponierten Liedern in einer vorgegebenen Zeit die Herzen des Publikums zu erobern. Eine Publikumsjury verteilt Noten für jeden Auftritt und stellt sich so über mehrere Runden ihr Lieblingskonzert zusammen. Gewinner ist, wem das Publikum im Finale den größten Applaus spendet. Am Freitag standen sich im Bollwerk 107 erstmals vier Konkurrenten zur Musikschlacht gegenüber. So trafen die drei Einzelkünstler Marie Rauschen aus Düsseldorf, ein "Alter Ego"-Musiker namens "Staubelephanten" sowie der in Moers geborene Chris auf das Dortmunder Duo "Hungry Wolves". "Wir wollten nur vier Teilnehmer, weil das Publikum den Interpreten und ihrem Liedgut damit mehr Konzentration und Aufmerksamkeit schenken kann", sagte Organisator Goldschläger. "Und mehr als ein Duo wird nach den Slam-Regeln als Teilnehmer nicht zugelassen."

Während "Hungry Wolves" nach der Vorrunde und "Staubelephanten" nach dem Halbfinale ausschieden, verblieben noch Marie und Chris für das Finale. Marie gewann zwar die "Schnick-Schnack-Schnuck"-Auslosung, in welcher Auftrittsfolge die beiden final gegeneinander anzutreten hatten, doch Chris konnte offenbar den Heimvorteil für sich nutzen und wurde äußerst knapper Premieren-Sieger. Vielleicht war es doch aber seine kraftvolle Stimme und tiefe Stimmlage, dazu seine musikalische Vielfalt von romantisch ruhig bis fetzig rockig, die letzten Endes den alles entscheidenden Ausschlag für das Publikum gaben. Als Preis erhielt der siegreiche Moerser eine mehr oder minder nutzbringende Moerser Kaffeetasse - warum auch immer.

Auf Marie, die Zweitplatzierte, muss sich die "Singer-Songwriter"-Szene zukünftig aber gut vorbereitet einstellen, ist ihr Repertoire doch höchst poetisch ausgeprägt, das Kompositorische klanglich leidenschaftlich verfasst und ihr Vortrag sehr angenehm anzuschauen und zu erleben.

Quelle: RP
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