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Moers
Moerser hilft Aids-Waisen in Tansania

Moers: Moerser hilft Aids-Waisen in Tansania
Nach dem Unterricht wurde gemeinsam getobt und gespielt: Silvan Beer mit einigen Kindern, die er im Amani Centre betreut hat. FOTO: privat
Moers. Silvan Beer hat ein Jahr im Amani Centre Mbigili absolviert. Es ging hervor aus dem Einsatz Schaephuysener Christen. Von Hedi Meinecke

/ Schaephuysen "Es war ein herzlicher Abschied - verstohlen gab es auch Tränen der Rührung beim Auseinandergehen", berichtet Silvan Beer, 25-jähriger Student aus Moers. Vor wenigen Tagen kehrte er zurück aus Tansania. Im Amani Centre Mbigili, einem Kinderdorf für Aids-Waisen, hat er ein soziales Jahr absolviert.

"Mein Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt sollte die verbindlichen Normen sprengen - der karitative Aspekt stand dabei im Mittelpunkt", erläutert Beer seine Pläne. Für ihn wurde es eine Herausforderung. Denn Mbigili hat es sich zur Aufgabe gemacht, die problematischen Lebensumstände einer ständig wachsenden Zahl von tansanischen Aids-Waisen zu verbessern.

Und Silvan hat sich dieser Aufgabe gestellt - sein Bestes gegeben. "Ich bin reich beschenkt worden, habe mehr zurück bekommen, als ich gegeben habe", sagt der junge Student heute. Und er erzählt leidenschaftlich von seinen Begegnungen, seinen Erfahrungen mit Menschen in einem für ihn fremden Lebensraum, erzählt von der Gastfreundschaft, dem vertrauten Miteinander auf Augenhöhe, schildert die familiäre Atmosphäre.

Seine besondere Fürsorge aber galt den Kindern, vom Babyalter bis zu den Zwölfjährigen. Die Sprachförderung hatte Priorität: Englisch wurde unterrichtet, aber auch die Landessprache, das Kiswahili, das er selbst erst mal studieren musste. Auf dem Plan stand aber ebenso Mathematik, stand das Musizieren, stand der Gesang, das Erlernen eines Instrumentes - Gitarre oder auch Keyboard -, auch der Sport - Schwimmen und Turnen - gehörte zum Programm. Zum Ausgleich oder auch für gute Noten gab es dann am Wochenende ausgelassene Spielnachmittage mit Balgen und Raufen. In Mbigili werden die Kinder werden fit gemacht, zumindest für die Grundschule, besonders begabte auch für weiterführende Schulen, gar bis zur Universität, in jedem Fall aber bis zu ihrer beruflichen Ausbildung. Jedes Kind hat, so Beer, vom Kindergarten bis zum Besuch der Hochschule die Option der freien Entscheidung. Besonders begabten und lernwilligen Kindern aus mittellosen Familien wird der Schulbesuch ermöglicht.

Amani Centre Mbigili liegt in einem landschaftlich reizvollen Hochland im Süden Tansanias, nahe der alten Garnisonsstadt Iringa. Zur Geschichte: Zehn engagierte Bürger, hervorgegangen aus dem Missionskreis der Kirchengemeinde Sankt Hubertus Schaephuysen, hatten die Idee, ein Kinderdorf für Aids-Waisen einzurichten. "Nun wollten wir eine Basis schaffen für unsere Vision", sagten die Vorsitzenden des Vereins, Barbara Gockel-Wronski und Marlies Hoesemans. "Und den Kindern ein liebevolles Zuhause schaffen, ihnen eine Lebensperspektive eröffnen."

Entscheidenden Anteil an den Einrichtungen hat die viel zu früh verstorbene Wahl-Schaephuysenerin Ursula Lüttgen, die das Unternehmen zusammen mit dem Projektträger "Catholic Discese of Iringa" aufbaute und forcierte.

Marlies Hoesemans setzt ihr Engagement mit dem ehemaligen Freundeskreis fort. Jeden Januar reist sie nach Tansania, erkundigt sich nach dem Befinden der Bewohner, spricht mit den Betreuern, überprüft die Finanzen. Unterstützt wird das Projekt auch von privaten Förderern, verschiedenen Kirchengemeinden und Vereinen.

Quelle: RP
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