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Moers
Moerser Künstler öffnen ihre Ateliers

Moers: Moerser Künstler öffnen ihre Ateliers
Auch die Moerser Künstlerin Wilma Specht präsentierte vielen Besuchern in Holderberg ihre Arbeiten. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Zum dritten Mal fand die vom Kulturbüro initiierte Aktion in Moers statt. Der Grafschafter besuchte vier von 26 Werkstätten. Von Jutta Langhoff

Moers hat viele interessante Künstler. Das zeigte sich an diesem Wochenende bei einer ungewöhnlichen Werkschau. Unter dem Titel "Moerser Ateliers - offen" präsentierten 26 in der Grafenstadt heimische Künstler der verschiedenen bildenden Kunstrichtungen interessierten Besuchern ihre Ateliers. Die konnten dabei nicht nur einen Überblick über das breite Spektrum des künstlerischen Schaffens in Moers gewinnen, sondern die beteiligten Künstler auch persönlich kennen lernen und ihnen in einigen Fällen sogar bei der Arbeit über die Schulter schauen. Die nachfolgenden vier Beispiele wurden willkürlich ausgewählt und stellen keine künstlerische Wertung dar.

Wie bei allen anderen Ateliers und Ausstellungsadressen wies auch zu Karin Dammers ein großes, orangenes Tuch den Weg. Die 58-jährige studierte Objektdesignerin wohnt in einem Haus nicht weit vom Moerser Tierheim Am Peschkenhof, wo sie ihre Arbeiten in einem alten, urigen Bauwagen präsentierte. "Der Bauwagen ist mein Sommeratelier. Im Winter habe ich nebenan im Haus einen Kellerraum, in dem ich arbeite", erklärte sie und wies auf eine kleine Treppe, die ins Innere des Wagens führte. Die dort hängenden Bilder waren zum einen schwarz-weiß-graue, aus Punkten und strengen, geraden Linien bestehende Linoldrucke und zum anderen mit Hilfe einer rollenden Glaskugel entstandene, rote Farbspuren, die sie teilweise mit straff gespannten Bindfäden ergänzt hatte. Einige von Karin Dammers experimentierfreudigen Arbeiten waren bereits im Moerser Peschkenhaus zu sehen.

Die nächste Adresse, ein ehemaliger Bauernhof an der Holderberger Bruchstraße beherbergte gleich zwei künstlerische Arbeitsstätten. Im vorderen Teil erwartete die Hausbesitzerin Wilma Specht ihre Gäste in einem ebenerdigen Ausstellungsraum, von dessen Decke mehrere 30 Zentimeter breite, schwarz bedruckte Papierbahnen hingen. Darüber hinaus konnten auf einem erhöhten Brett eine Reihe kleiner, aus ungewöhnlichen Fundstücken gestalteter Miniskulpturen in kuppelförmigen Glaszylindern bewundert werden. Wilma Specht hat freie Malerei sowie Kunstpädagogik und Geschichte studiert. Neben ihrer eigenen bildnerischen Tätigkeit gibt sie auch Kunstunterricht für Kinder und Erwachsene.

Das zweite Atelier befand sich an der Rückseite des Hauses im ersten Stock und gehört der 74-jährigen Malerin und studierten Politologin Gisela Kirsch-Thürmer. Ihre zum Teil mit Acrylfarben gemalten und mit Zeitschriftenbildern und Schriftzeichen ergänzten Arbeiten beschäftigen sich meist mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Weltfragen. "Meine Bilder erzählen Geschichten", beschrieb die Moerser Künstlerin ihre Arbeiten selber. "Man kann sie auch als poetischen Realismus bezeichnen."

Das vierte vom Grafschafter an diesem Wochenende besuchte offene Atelier war die Arbeitsstätte von Sigrid Neuwinger an der Uerdinger Straße. Die 63-jährige Produktdesignerin ist Objektkünstlerin und verwendet für ihre Arbeiten vorwiegend Alltagsmaterialien wie Gummischläuche, Diarahmen und neuerdings Plastiktüten, die sie mit Hilfe von Drahtgestellen und Heißluft in schwungvoll gebogene, luftig-leichte Skulpturen verwandelt.

Quelle: RP
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