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Moers.
Moerser mischen Saucen für Gourmets

Moers.: Moerser mischen Saucen für Gourmets
Wie der Vater, so der Sohn - Yannick (links) und Volker Walsdorf präsentieren stolz ihre Saucen nach bewährter Familienrezeptur. FOTO: Seidel
Moers.. Yannick Walsdorf (22) leitet das Familienunternehmen bereits in der dritten Generation. Rezept ist ein Geheimnis. Von Alrik Seidel

"Mancher schießt ins Blaue und trifft ins Schwarze" lautet ein altes, deutsches Sprichwort und meint damit im Prinzip nur eines: den Zufall. Und genau dieser Zufall meinte es gut mit Yannick Walsdorf.

Im zarten Alter von 17 Jahren, als Teenager ohne Erfahrung, stieg der Moerser in den Getränke- und Veranstaltungsservice seines Vaters Volker ein. Fünf Jahre später ist er der Kopf des erfolgreichen Familienunternehmens, das sein Großvater vor mehr als 50 Jahren hier in der Grafschaft gründete. Doch nicht nur das. Dank des berühmten Zufalls ist der mittlerweile 22-jährige unter die Saucen-Produzenten gegangen - und das bereits mit beachtlichem Erfolg.

Nachdem der Opa, Walter Walsdorf, den Moerser Partyservice zwischenzeitlich ins benachbarte Duisburg verlagert hatte, holten die Walsdorf-Erben die Firma zurück in die Heimat. Hier entwickelte das Vater-Sohn-Duo die neue Geschäftsidee. Aus dem bloßen Getränke- und Veranstaltungsservice erwuchs im Mai 2015 das Saucen-Sortiment von "Walsdorf Gourmet".

Noch ist das Angebot von "Walsdorf Gourmet" recht überschaubar. Bislang im Sortiment: eine Delikatess-Mayonnaise, eine fruchtige Zigeuner-Sauce und, der kultige Klassiker, der Curry-Gewürz-Ketchup. Dem Geschäft tut das kleine, aber feine Angebot allerdings keinen Abbruch. "Wir haben selbst nicht mit diesem Feedback gerechnet. Vor allem unsere neueste Kreation, die Zigeuner-Sauce, läuft super!", erzählt Walsdorf junior. Allein im letzten Jahr seien insgesamt 25.000 Saucen über die örtlichen Ladentheken gegangen. Die hohe Nachfrage ihrer selbst entwickelten Saucen führen die Macher auf die Qualität zurück. Hochwertig, aus frischen Zutaten hergestellt, ohne Konservierungsstoffe oder künstliche Zusätze, einfach anders seien die Saucen.

Abgefüllt werden Ketchup und Co. bei einem befreundeten Produzenten aus Moers. Das Rezept ist hingegen Familiensache. An der Rezeptur, die selbstverständlich auch ein Familiengeheimnis bleiben wird, feilte schon der Großvater, verfeinert und perfektioniert hat das Rezept dessen Sohn. "Ich habe jahrelang ein Restaurant betrieben", verrät Volker Walsdorf. Dort habe er sich erstmals an eigenen Rezepten ausprobiert. Alles "frei nach Schnauze" und aus dem Kopf heraus, bis der Geschmack sich herumsprach. "Freunde und Bekannte sind dann plötzlich mit Tupperdosen vorbeigekommen, um sich unsere Sauce mit nach Hause zu nehmen."

Tupperdosen sind nun nicht mehr nötig. Ketchup, Mayo und Zigeuner-Sauce nach bewährtem Walsdorf-Familienrezept gibt es mittlerweile in mehr als 120 Supermärkten, bis über die Grenzen des Rhein- und Ruhrgebiets hinaus.

Schluss ist damit aber noch lange nicht. Der Jung-Unternehmer Yannick Walsdorf hat Großes vor. Bis 2020 soll es die Grill- und Gourmet-Saucen im ganzen Bundesland geben. Fünf weitere Jahre später kann dann ganz Deutschland in den Genuss der Walsdorfer Originale kommen, geht es nach den Planungen des jungen Geschäftsführers.

Kühne Ziele, die sich Yannick Walsdorf gesetzt hat, die aber keineswegs abgehoben wirken, unterhält man sich mit dem Moerser Saucen-Mischer. Der Drang nach Expansion durchdringt das Unternehmen bereits jetzt. Aus einem reinen Zwei-Mann-Betrieb, wie vor einigen Jahren, ist ein florierendes Geschäft geworden, mit Aushilfskräften, Praktikanten und, noch in diesem Jahr, dem ersten Auszubildenden der Firmen-Historie.

Übrigens, wer sich irgendwann an den drei bislang angebotenen Saucen satt gegessen hat oder sich einfach mehr Abwechslung wünscht, der darf sich bereits auf den Sommer 2018 freuen: "Wir planen gerade etwas Ausgefallenes für die nächste Grill-Saison." Was genau, damit hält sich der Jung-Unternehmer noch fachmännisch bedeckt. Ob es ein Schuss ins Blaue wird? Womöglich. Wird er auch ein Treffer ins Schwarze? Zu gönnen und zuzutrauen wäre es Yannick Walsdorf in jedem Fall.

Quelle: RP
 
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