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Moers
Moerser Motive Monat für Monat

Moerser Ansichten
Moerser Ansichten FOTO: GMGV
Moers. "Als ich vor vier Jahren mit der Idee eines Kalenders ankam, meinte der Vorstand: ,Na, dann mach' mal", erinnert sich Frank Heinrich. Heute kann der Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV) entspannt zurückschauen: Der Kalender "Moerser Ansichten" hat sich beim Publikum durchgesetzt, die Auflage von jeweils 500 Exemplaren geht stets mühelos weg. Von Stefan Gilsbach

Nun kommt bereits der vierte Kalender heraus. "Eine Buchhandlung hat schon angerufen und danach gefragt", sagt Peter Boschheidgen, der Vorsitzende des GMGV. Und auch Moerser, die schon seit Jahren in anderen Gegenden Deutschlands leben, lassen sich den Kalender gern schicken, um ihre Verbindung zur alten Heimat zu pflegen.

Zwölf Schwarz-Weiß-Fotografien aus alten Moerser Zeiten bilden den Kalender für das Jahr 2018. Die kurzen Texte zu den Bildern hat erneut Wilfried Scholten verfasst. "Es ist gar nicht so einfach, die Motive historisch einzuordnen", gesteht er. Aber das sei auch der Anspruch des Kalenders. "Wir möchten nicht die Fakten breit treten, die jeder ohnehin kennt." Anregungen erhalte er gelegentlich auch bei den Stadtführungen, berichtet der Heimatfreund.

Die gefundenen Informationen zu den Motiven kondensiert der Studiendirektor im Ruhestand in gefällige, manchmal launig formulierte Vignetten. So erfahren die Moerser von heute, dass Rowdytum und rücksichtsloses Benehmen auch um die Jahrhundertwende schon beklagt wurden - verursacht durch unerlaubte Kahnfahrten auf dem Stadtgraben. Nach Einbruch der Dunkelheit hätten die "Insassen der Kähne häufig in den Gärten der Anlieger allerlei Unfug" angerichtet, und oftmals waren auch "Gemüse und Obst des Mitnehmens wert".

Charakteristisch für den Kalender 2018 ist, dass die Motive sich weitgehend auf die Stadt selber beschränken und weniger auf die Ortschaften eingehen. Auch seien die Bilder dieses Mal aus einer Epoche, dem Anfang des 20. Jahrhunderts, gesammelt worden.

Die Fotos stammen aus der Sammlung des GMGV, aus dem Stadtarchiv und von Privatpersonen. Ein besonderes Lob des Vorstands geht an Ingo Plückhahn, der für das Layout und für die Wiedergabequalität der Fotos gesorgt hat.

Besitzer des Kalenders können sich nicht nur in die Fotos vertiefen, sie haben auch einen praktischen Nutzen durch die Moerser Termine, die in den Monatstagen vermerkt sind, zum Beispiel der Nelkensamstagszug, der Moerser Frühling, das Scherpenberger Wappenfest und so fort.

Und vielleicht landen die Bilder, die im nächsten Jahr bei diesen Festen gemacht werde, in hundert Jahren auch mal in einem historischen Kalender.

Der Kalender "Moerser Ansichten" ist erhältlich in der Barbara-Buchhandlung, bei Thalia und bei der Stadtinformation. Er kostet 9,95 Euro, für Mitglieder des GMGV ist er zum ermäßigten Preis im Schloss erhältlich.

Quelle: RP
 
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