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Moers/Neukirchen-Vluyn
Moerser sagen Müll den Kampf an

Moers/Neukirchen-Vluyn: Moerser sagen Müll den Kampf an
Prominenter Abfallsammeltrupp um Enni-Vorstand Lutz Hormes (in Grün) bei der Arbeit im Beet vorm Rathaus. FOTO: Christoph Reichwein
Moers/Neukirchen-Vluyn. Am Samstag zogen viele Moerser in Gruppen los, um ihr Viertel von Abfall zu befreien. Mit einer Bank und einer Abstimmungsbox will die Enni Raucher für eine umweltgerechte Kippenentsorgung sensibilisieren. Von Ulrike Rauhut

Klein, aber keineswegs fein - Zigarettenkippen werden achtlos weggeschnippt und liegengelassen. Sie landen in städtischen Beeten und in den Rillen des Kopfsteinpflasters. Zu Tausenden. Das ist nicht nur unschön anzusehen, sondern für Mensch und Umwelt gefährlich: Denn die Filter verrotten erst nach fünf bis zehn Jahren, geben schädliche Chemikalien in den Boden ab, schaden Pflanzen und sind potenzielle Gefahrenquellen für Kinder und Tiere. Sie zu entsorgen ist schwierig. In der Innenstadt setzt die Enni eigens einen Kehrmaschinen-Staubsauger ein. Jedoch kann der nur einen Bruchteil weggeworfener Glimmstängel erwischen. Deshalb haben die Enni und die Stadt Moers den diesjährigen Abfallsammeltag zum Anlass genommen, auf ihre Kampagne zum Kampf gegen die Kippen aufmerksam zu machen.

Bereits zum zwölften Mal zogen in ganz Moers am Samstagmorgen Gruppen los, um ihr Viertel von wildem Müll zu befreien. Rund ums Rathaus schnappten sich Enni-Vorstand Lutz Hormes, die Bundestagsabgeordnete Kerstin Radomski und Mitglieder des Moerser Rates blaue Müllsäcke und Arbeitshandschuhe. "Alleine für die Beete vor dem Standesamt und den Verbindungsweg zum Parkplatz haben wir eine halbe Stunde gebraucht, um Kleinteile herauszupicken", berichtete Attila Cikoglu anschließend. Obwohl überall Mülleimer stehen, an denen auch Aschenbecher angebracht sind, landen viel zu viele Kippen, Kaugummis und kleine Plastikverpackungen in den Beeten und auf den Bürgersteigen.

Mit einer künstlerisch gestalteten Raucherbank und einer Abstimmungsbox will die neue Kampagne Raucher sensibilisieren. Unter der Überschrift "Stimm sauber ab!" sollen sie sich genau überlegen, wo die eigene Kippe hingehört: Mit dem grünen Behälter stimmt man für die Entsorgung im öffentlichen Aschenbecher, im roten landen die Kippen der Unbelehrbaren. Die Aktionsbank steht nun für mehrere Wochen vor dem Rathaus und soll anschließend ein Jahr lang an verschiedenen Plätzen in Moers aufgestellt werden.

Der prominente Aufräumtrupp nahm sich auch den Parkplatz an der Mühlenstraße vor, wo es nicht beim Aufsammeln von Kleinteilen blieb. Dort und in anderen Bereichen der Stadt trugen die Helfer auch in diesem Jahr alles zusammen, was man sich nur vorstellen kann: Plastik, Papier, Schutt und als traurige Höhepunkte jede Menge Sperrgut, vom Teppich bis zum kaputten Kinderwagen. "Dabei kann man dieses Sperrgut kostenlos auf unserem Kreislaufwirtschaftshof entsorgen", betonte Hormes. Er freute sich aber, dass sich auch in diesem Jahr wieder so viele Gruppen angemeldet hatten, um mitzuhelfen, Moers und Neukirchen-Vluyn ein ganzes Stück sauberer zu machen. Mehr als 1700 Helfer, darunter ganze Schulklassen, Nachbarschaften, Sportmannschaften oder Familien waren mit von der Partie. So kümmerten sich zum Beispiel Eltern und Kinder der Kita St. Martinus Repelen gemeinsam um den Bereich rund um ihre Einrichtung, in Meerbeck hatte das Stadtteilbüro viele Helfer zusammengetrommelt und in Kapellen zogen die Messdiener von St. Ludger gemeinsam mit dem Boule-Verein los. Mehr als zwanzig Aktive des Nieper Heimatvereins "Et Invalidenbänksken" trugen entlang der Hauptstraßen und des Grafschaften Rad- und Wanderwegs, am Golfplatz und am Ehrenmal Flaschen, Autoteile und sonstigen Müll zusammen. Rund zwanzig schwere Müllsäcke kamen allein dort zusammen.

Wie viel Abfall insgesamt gesammelt wurde, steht noch nicht fest, die Aktion dauert noch in dieser Woche an. "Eigentlich ist die Menge aber auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass die Helfer ein Zeichen gesetzt haben", sagte Hormes.

Quelle: RP
 
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