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Moers
Moerser sehen auch Chancen im Finanzamtsweggang

Moers. Der geplante Wegzug des Finanzamts zum Ende des Jahres sorgt für Gesprächsstoff unter den Moersern - im Internet bei RP-Online, im sozialen Netzwerk Facenbook, aber auch in Zuschriften an die Redaktion. Was halten eigentlich die Bürger von der ganzen Geschichte? Wir haben einige Reaktionen zusammengefasst.

"Professionelles Handeln zwischen Stadt und Land sieht auf jeden Fall anders aus", meint zum Beispiel Dieter Kiwitt. Der RP-Leser fordert eine "offene Aufarbeitung des Geschehenen" und eine "neue Kultur des Miteinanders". Im Verhältnis Stadt - Land lägen offensichtlich erhebliche Störungen vor, schreibt Kiwitt. "Der beste Zeitpunkt zur Problemlösung wurde bereits verpasst." Bereits im Vorfeld - bevor das Finanzamt weg ist - müsse deshalb analysiert werden, was ist, was kann und was wird. Der Moerser schlägt vor, eine Begegnungsstätte zu schaffen, die "wie ein Magnet wirkt" und "Moers endlich wieder interessant erscheinen lässt": "Das kann zum Beispiel ein Handelsumschlagplatz der besonderen Güte sein - etwas, was Kamp-Lintfort bisher nicht hat." Diesbezüglich müssten sich alle Unternehmen angesprochen fühlen, um kreative Ideen zu entwickeln.

Dass Kamp-Lintfort einen Lauf hat, findet auch Leser Georg Streubel: "Um diesen Lauf zu gewährleisten, bedarf es allerdings einiger Grundvoraussetzungen", schreibt er. "Beim Sport würde man das als Grundkondition bezeichnen." Angesicht des Exodus, den Kamp-Lintfort durchlebt habe, sei die aber nicht einfach so vom Himmel gefallen. Mit Christoph Landscheidt habe die Nachbarstadt einen Bürgermeister, der Dinge antreibt.

Auch im sozialen Netzwerk gehen die Meinungen zum Thema auseinander. "Ich glaube, das gibt es kein zweites Mal in Deutschland, dass eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern regierungstechnisch in allen Belangen von Provinzdörfern abhängig ist", heißt es dort zum Beispiel.

Andere befürchten schon den "Ausverkauf" von Moers. "Welche "große" Institution verlässt als nächstes die Grafenstadt?", wird gefragt. Tatsächlich sehen viele Moerser schwarz: "Tendenziell siedeln sich Unternehmen und Behörden da an, wo schon etwas ist", schreibt ein Facebook-Nutzer. "So ist zumindest derzeitig der Trend. Wenn jetzt nach und nach alles aus der Stadt abwandert, wird das einen Sogeffekt haben."

Aber es gibt auch die Optimisten. "Vielleicht entsteht ja dort dann etwas, was positiv für die Stadt ist", formuliert eine Moerserin ihre Hoffnung. Jemand anderes schlägt vor: "Man sollte sich nun parteiübergreifend und öffentlich zusammensetzen und überlegen, wie das Viertel ohne das hässliche Finanzamtsgebäude gestaltet werden kann."

Die Chance des Neuanfangs und der "Reparatur" städtebaulicher Fehler aus den 1970ern könne doch durchaus einen Gewinn bedeuten. Letztendlich also: Alles eine Frage der Perspektive, findet jener Autor, der auf Facebook schreibt: "Hier kommt eine unverhoffte Gelegenheit, Moers (noch) schöner zu machen!"

(juha)
 
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