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Smartphone-Spiel
Moerser sind im Pokémon-Go-Fieber

Spiel: Pokémon Go - Alles was man wissen muss
Spiel: Pokémon Go - Alles was man wissen muss FOTO: Marcel Salven
Moers. Das Smartphone-Spiel ist am Niederrhein angekommen. Per App werden "Monster" in der realen Welt eingesammelt und trainiert. Vor allem die Mittzwanziger wissen um die Vorteile der virtuellen Schatzsuche per GPS. Von Laura Conrath

Das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" ist in der Grafschaft angekommen. Passend zum Start der Sommerferien können sich die Nutzer ausgiebig mit der Monsterjagd beschäftigen und entdecken dabei ganz nebenbei ihre Stadt neu - zu Fuß versteht sich.

Das Spiel Pokémon wurde 1996 erstmals veröffentlicht und ist seitdem aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Aus dem Japanischen kommend, heißt der Name soviel wie "Taschenmonster". Konnten diese bisher nur an heimischen Bildschirmen oder mittels Kartenspielen gefangen werden, ist eine Jagd nun auch vor der Haustür möglich. "Augmented Reality" - Erweiterte Realität heißt diese Technik, die weltweit für einen Hype unter Smartphone-Nutzern sorgt. Das Spiel des Softwareunternehmens Niantic Labs basiert auf dem Kartenmaterial von Google Maps und funktioniert durch GPS.

Ähnlich wie beim "Geocaching", das eine moderne Form der Schatzsuche oder Schnitzeljagd darstellt, werden markante Punkte, etwa Sehenswürdigkeiten, auf der Karte innerhalb des Spiels markiert. Sie dienen als Anlaufpunkt für Bonusinhalte oder als Kampfarenen, an denen sich die Spieler messen können. Die Pokémon "laufen" im Kartennetz umher und müssen gesucht werden. Mit "Poké-Bällen" werden die virtuellen Tierchen eingefangen und stellen den Schatz dar. Ziel ist es, alle Monster zu fangen und diese soweit wie möglich zu entwickeln.

Was ganz harmlos klingt, sorgte in der letzten Zeit für einige negative Schlagzeilen. Statt eines Pokémons fand eine Frau in den USA beim Suchen eine Leiche und auch Verbrecher nutzten die App, um ihre Opfer zu überfallen. Neben solch skurrilen Fällen, geschieht es im Alltag immer wieder, dass, statt auf den Verkehr, lieber auf das Handy geschaut wird und so Unfälle provoziert werden.

Vor einer solchen Ablenkung warnt die Kreispolizei Wesel. Zwar seien bisher keine größeren Unfälle in und um Moers passiert, jedoch behielten die Beamten die Entwicklung im Auge und seien aufmerksam. "Wir warnen ausdrücklich vor der Nutzung von Smartphones und Handys im Straßenverkehr. Auch als Fahrradfahrer ist es verboten, ein technisches Endgerät während der Fahrt zu bedienen. Im Schadensfall kann der Fahrradfahrer teilweise oder sogar gänzlich für den Unfall verantwortlich gemacht werden."

Für Pokémon-Spieler ist die Handynutzung während der Fahrt nicht nur gefährlich, sondern auch überflüssig. Die Macher haben nämlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von acht km/h eingebaut; man soll sich die Umgebung und die Monster schließlich erlaufen. Also: Augen auf im Straßenverkehr! Dann lässt sich das Spiel auch in vollen Zügen genießen.

Um die Vorteile wissen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene aus den Neunzigern, die mit der Pokémon-Kultur aufgewachsen sind und fast schon nostalgisch werden, wenn sie nun ihre Kindheit noch einmal aufleben lassen können. Der 17-jährige Luis aus Moers ist somit fast schon einer der jüngeren Vertreter. Er wurde mit neun Jahren in die Welt der "Taschenmonster" eingeführt und ist nun mit Feuereifer dabei, die neue App zu spielen. Zwei Tage hinterander war er mit Freunden bis fünf Uhr nachts unterwegs. Insgesamt rund 35 Kilometer sind die Jugendlichen so gelaufen. Und dabei hat Luis einiges erlebt: " Ich war selten so viel zu Fuß draußen wie in der letzten Zeit. Man sieht so viel von seiner Umgebung, auch Ecken, von denen man vorher keinen Plan hatte. Das beste an dem Spiel ist allerdings die Community. Man erkennt sich untereinander auf der Straße und kommt ins Gespräch. Einfacher lernt man keine neuen Leute kennen. Dazu kommt die Herausforderung, die das Spiel mit sich bringt. Man möchte so gut wie möglich sein." Und schon muss er weiter, ein seltenes Pokémon befinde sich in der Nähe.

Auch Jennifer (23) und Tim (23) aus Duisburg sind mit Ash und Pikachu groß geworden. Um im Spiel weiterzukommen, sind sie extra nach Moers gekommen. Im Stadtpark und der Innenstadt gibt es mehr als 50 Anlaufstellen - das lohnt sich für die beiden. Auch wenn sie mit dem Bus gekommen sind, ist ihnen trotzdem aufgefallen, dass sie, seitdem sie die App benutzen, öfters laufen, anstatt mit dem Auto zu fahren. "Da steckt richtig Motivation hinter. Außerdem habe ich noch nie so genau auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt geachtet. So wird man darauf aufmerksam und entdeckt vieles neu."

Quelle: RP
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