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Moers
Moerser SPD verlangt Akteneinsicht im Fall Boluri

Moers. Der Vorsitzende der Moerser SPD-Fraktion, Mark Rosendahl, hat bei der Moerser Stadtverwaltung Akteneinsicht in den Fall Boluri verlangt. Das bestätigte Rosendahl gestern unserer Zeitung auf Anfrage. Said Boluri leitet gegenwärtig das Jugendzentrum Nord in Repelen. Sein Vertrag läuft zum Jahresende aus und wird nicht verlängert. Von Jürgen Stock

Die Nachricht von Boluris Nicht-Weiterbeschäftigung hatte zu Protestaktionen von Jugendlichen geführt. Diese hatten unter Berufung auf Boluri behauptet, dass der Jugendheimleiter nur deshalb nicht weiterbeschäftigt werde, weil er sich mithilfe einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen eine als rassistisch empfundenen Äußerung eines Vorgesetzten zur Wehr gesetzt habe. Diese Interpretation hatte Bürgermeister Christoph Fleischhauer (CDU) auf einer Protestveranstaltung der Jugendlichen im Rathaus mit Nachdruck zurückgewiesen. Der betroffene Vorgesetzte werde sich bei Boluri entschuldigen. Unter Verweis auf die Persönlichkeitsschutzrechte Boluris hatte Fleischhauer aber keine Angaben zu den Gründen für die Nicht-Verlängerung des Vertrages nennen wollen. Kurz darauf besuchten sowohl der stellvertretende Bürgermeister Ibrahim Yetim (SPD) als auch Fleischhauer das Jugendzentrum und diskutierten mit den Jugendlichen. Bei Fleischhauers Besuch fielen dabei Äußerungen ("Repelen wird brennen."), die die Polizei veranlassten, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Fleischhauer selbst betonte inzwischen, dass weder er noch seine Jugendamtsleiterin Vera Breuer sich bedroht gefühlt hätten.

Rosendahl betonte, dass es der SPD nicht um die Frage der Weiterbeschäftigung Boluris gehe: "Das ist allein Sache der Verwaltung." Der Vorwurf, dass es in der Moerser Verwaltung zu rassistischen Äußerungen gekommen sei, sei jedoch so gravierend, dass seine Fraktion Klarheit haben wolle.

Nach Auskunft der Verwaltung ist das Begehren der SPD zwar ungewöhnlich, aber rechtens.

Quelle: RP