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Moers
Moerser Tafel würde gerne in das alte Hafthaus ziehen

Moers: Moerser Tafel würde gerne in das alte Hafthaus ziehen
Das Moerser Hafthaus steht seit vielen Jahren leer. Nun hat der Vorsitzende der Tafel eine Nutzung durch den Verein ins Spiel gebracht. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Der Verein braucht dringend neue Räume. Der Vorsitzende bringt das seit Jahren leerstehende Gefängnis ins Gespräch. Von Josef Pogorzalek

Seit vielen Jahren steht das ehemalige Moerser Hafthaus leer. Was daraus werden soll, ist noch offen. Nun hat der Vorsitzende der Moerser Tafel, Horst Günter Schürings, eine zumindest vorübergehende Nutzung durch den Verein ins Spiel gebracht. Die Tafel, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt, braucht dringend neue Räume. An der Klever Straße, wo die Tafel seit zehn Jahren zu Hause ist, werde es zu eng, sagte Schürings in einem Vortrag im Sozialausschuss. Er habe schon an den "Knast" als Alternative gedacht.

Tatsächlich fiel der Gedanke bei den Ausschussmitgliedern auf fruchtbaren Boden. Gabriele Hemkens (CDU) schlug vor, beim Land (dem das Hafthaus gehört) anzufragen, ob es das Gefängnis nicht kurzfristig zur Verfügung stellen könnte. Dies könnte im Rahmen eines "Amtshilfeersuchens" geschehen, ähnlich wie es das Land bei der Stadt gemacht hat, als es um die kurzfristige Einrichtung von Notunterkünften für Flüchtlinge ging Horst Günter Schürings sagte gestern im Gespräch mit dem Grafschafter, dass sein Vorschlag sehr ernst gemeint gewesen sei. Er gehe davon aus, dass die Politik nun aktiv werde. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Brohl sagte gestern, er habe das Hafthaus vor kurzer Zeit bei einer Begehung kennengelernt. "Die Substanz war gut." Brohl hat für seine Fraktion gestern einen Antrag aufgesetzt, nach dem die Stadtverwaltung mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW "zwecks Nutzung des Hafthauses (zumindest in Teilen) durch die Moerser Tafel Kontakt aufnehmen" solle. "Der ,Moerser Tafel' entstehen durch die ehrenamtliche Arbeit für die Flüchtlinge neue Herausforderungen und die CDU-Fraktion erwartet, dass das Land NRW der ,Moerser Tafel' und auch der Stadt bei der Erfüllung der jeweiligen Aufgaben entgegenkommt", heißt es in dem Antrag.

Stadt-Pressesprecher Thorsten Schröder sah gestern jedoch kaum Chancen, die Idee Schürings umzusetzen. In dem ehemaligen Gefängnis fehle es an elektrischen Installationen. Er gehe davon aus, dass Investitionen nötig wären, um es nutzbar zu machen. Die Stadt sei aber bereit, die Tafel nach anderen geeigneten Räumen zu unterstützen.

Schon länger platzt die Tafel an der Klever Straße aus den Nähten. Insgesamt 2000 bedürftige Menschen aus allen Stadtteilen, darunter auch Flüchtlinge, versorgt der gemeinnützige Verein mit Lebensmitteln. Vor allem bei der Lebensmittelausgabe, aber auch bei den regelmäßig angebotenen Frühstücken und Mittagessen wird es eng. Der Andrang sei so groß, dass in "Schichten" gegessen werden müsse, sagte Schürings. Die neuen Räume müssten zentral gelegen und mietfrei sein. An der Klever Straße entrichte der Verein lediglich die Betriebskosten. Neben einem großen (rund 100 Quadratmeter) Raum brauche die Tafel einen Lagerraum sowie eine Küche zur Frühstücksvorbereitung - die Mittagessen werden extern gekocht.

Die Räume an der Klever Straße hat der Verein vor zehn Jahren mithilfe von Sponsoren instand gesetzt. Es ist unklar, ob sich entsprechende Renovierungen im Hafthaus lohnen würden und wie lange es zur Verfügung stehen könnte. Das alte Gefängnis ist Bestandteil eines Moderationsverfahrens, in dem es demnächst um die Entwicklung der Stadt rund um den Kastellplatz (Tersteegenhaus, ehemaliges Arbeitsamt, Kleine Allee) gehen wird. Stadt, Land, Bund und evangelische Gemeinde wollen ihre Interessen abgleichen. "Ziel ist es, innerhalb der nächsten zwei Jahre zu Entscheidungen zu kommen und erste Entwicklungen einzuleiten", sagte Thorsten Schröder.

Quelle: RP
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