| 00.00 Uhr

Moers
Moerser Unternehmer hilft in Nepal

Moers: Moerser Unternehmer hilft in Nepal
Martin Tischer (hinten links) bei der Besichtigung einer Schule im Dorf Dukuchap, zusammen mit Schülern und (in schwarzen T-Shirts, von links) Raquel Tischer, Marvin Tischer, Adriuan Appel, Celina Tischer, Kai Franzkowiak, Martin Gabrys und Jens Brandenburg. FOTO: Teamtischer
Moers. Martin Tischer, Geschäftsführer einer Laden- und Messebaufirma, plant eine Sponsorenwanderung durch das Himalaya-Land. Mit dem eingenommenen Geld möchte er die Menschen in zwei nepalesischen Dörfern unterstützen. Von Josef Pogorzalek

Die Wanderung durch das Hochland von Nepal wird knochenhart. "Täglich werden wir fünf Stunden unterwegs sein, wir gehen bis auf 2500, 2600 Meter hoch, manchmal auch auf 3000", sagt Martin Tischer. "Wir übernachten in Lehmhäusern und Hütten, essen mit den Einheimischen, unterhalten uns mit ihnen und lernen ihre Lebensumstände kennen."

Für März 2018 plant der Moerser Unternehmer die Bergtour. Es ist eine Sponsorenwanderung; das Prinzip ist dasselbe wie bei den an Schulen beliebten Sponsorenläufen: Wer mitmacht, sucht im Vorfeld Privatleute, Firmen, Vereine, die bereit sind, die Leistung mit einem Geldbetrag zu unterstützen. Das Geld ist für zwei Dörfer, Tangle und Moharya, im nepalesischen District Parbat bestimmt. Schulen sollen Tische, Stühle und Laptops für den IT-Unterricht bekommen, ein Jugendclub-Haus wird eingerichtet. Vor allem aber brauchen die Dörfer eine Wasserversorgung. "In vielen Dörfern sind die Kinder vier oder fünf Stunden täglich unterwegs, um Wasser zu holen", sagt Tischer. Für die Schule, die oft ebenfalls erst nach stundenlangem Fußmarsch zu erreichen ist, bleibe da kaum Zeit.

Martin Tischer, 48, ist Chef einer international operierenden Laden- und Messebaufirma (Teamtischer) mt allein 72 Mitarbeitern im Gewerbepark Genend. Sein Unternehmen ist für namhafte Kunden tätig. Aber der Moerser hat nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine soziale Ader. "Schon als Kind habe ich davon geträumt, mit einem Flugzeug nach Afrika zu fliegen und dort Butterbrote abzuwerfen."

Tischers Engagement in Nepal begann 2012. "Nach einem besonders erfolgreichen Geschäftsjahr hatte meine Frau Raquel und ich das Gefühl: Wir müssen etwas tun." Über eine Mitarbeiterin, die in Nepal war, kam er auf das Land im Himalaya. "Es zählt zu den ärmsten Ländern der Erde." Bodenschätze gebe es nicht, bei der Versorgung mit Öl, Treibstoff oder Strom hänge das politisch instabile Land am Tropf der nachbarländer Indien und China. Tischer knüpfte Kontakt zum Verein "Freundeskreis Nepalhilfe" und machte sich mit zehn Mitarbeitern auf, um in der Nähe von Kathmandu drei Werkstätten einzurichten, in denen Jugendliche sich auf eine Berufsausbildung vorbereiten können. 2015 reiste Tischer erneut nach Nepal, um in zwei Orten Schulen aufzubauen. Im ganzen Land fehle es an Bildung und Infrastruktur. Deshalb zögen viele junge Leute vom Land in die Hauptstadt Kathmandu, die unter der Last der Menschenmassen kollabiere. "Diese Entwicklung müssen wir stoppen." Auf die Idee einer Sponsoren-Wanderung sind Tischer und sein Prokurist Martin Gabrys nach der Teilnahme am "Big Ride for Africa" im vergangenen Jahr gekommen. 284 Kilometer waren per Rad zurückzulegen. Zwar ging es dort um einen guten Zweck, aber die sportliche Herausforderung habe diesen zurückgedrängt. Bei der Wanderung durch Nepal sollen die Teilnehmer dagegen hautnah erleben, worum es geht und warum sie die Strapazen auf sich nehmen. Die Tour wird übrigens auf Film festgehalten. "Das Material bieten wir später Fernsehsendern an."

Die Reise dauert insgesamt vom 4. bis zum 16. März, einige Tage lassen sich die Teilnehmer Zeit zum Akklimatisieren, besuchen Sehenswürdigkeiten und lernen Hilfsprojekte in Nepal kennen, bevor sie sich auf die Wanderung zu den entlegenen Dörfern aufmachen. Alexander Schmidt, Vorsitzender des Freundeskreises Nepalhilfe, ist zurzeit in Nepal, um mit den Dorfältesten zu sprechen und die Reise vorzubereiten. 17 Mitreisende, vor allem Vertreter von Kundenfirmen, hat Tischer bereits an seiner Seite. Wer mitfahren will, muss Kondition haben, für ein paar Tage auf westlichen Komfort verzichten können und bereit sein, die Reisekosten (je nach Flug ab gut 3000 Euro) auf sich zu nehmen. "Vor allem brauchen wir aber weitere Sponsoren", sagt Tischer. "Um die Wasserversorgung für ein Dorf sicherzustellen, sind zehn bis 15.000 Euro nötig."

Kontakt: nepal@teamtischer.com, 02841 99943-0

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Moers: Moerser Unternehmer hilft in Nepal


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.