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Moers
Musik zum Innehalten erklingt in St. Josef

Moers: Musik zum Innehalten erklingt in St. Josef
Die fünf Streicher machten den Kennzeichen ihres Orchesters, das sich durch Spielfreude, technisches Können, Professionalität und Einfühlungsvermögen einen Namen gemacht hat, alle Ehre. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Ein Streichquintett des Sinfonieorchesters Ruhr bot zusammen mit mit Trompeter Johannes Penkalla und Sopranistin Elisabeth Anna Otzisk in der katholischen Kirche St. Josef ein barock-romantisches Programm. Von Petra Riederer-Sitte

Ein "Kammerkonzert in der grauen Jahreszeit" lockte am frühen Sonntagabend zahlreiche Besucher in die St. Josefkirche. "Gerade im November mit Tagen wie Allerheiligen oder Totensonntag tut es gut, innezuhalten und etwas im Herzen zu spüren. Musik erreicht unsere Herzen, Musik erreicht die Menschen, und somit erreichen wir Gott." Mit diesen Worten begrüßte Herbert Werth, Leitender Pfarrer der St. Josefgemeinde, das Publikum in der sehr gut besetzten Kirche. Musikalische Gäste waren ein Streichquintett des Sinfonieorchester Ruhr, das gemeinsam mit dem Trompeter Johannes Penkalla, dessen große Leidenschaft die Kirchenmusik ist, und der Sopranistin Elisabeth Anna Otzisk, als "Bottrops Engelsstimme" bekannt und beliebt, mit einem barock-romantischen Programm gegen den "November-Blues" anspielten.

Schon der Auftakt mit Guiseppe Torellis dreisätzigem Concerto Estienne Roger ließ die Kirche in festlichem Glanz erstrahlen. Die fünf Streicher machten den Kennzeichen ihres Orchesters, das sich durch Spielfreude, technisches Können, Professionalität und Einfühlungsvermögen einen Namen gemacht hat, alle Ehre. 2009 war das Sinfonieorchester Ruhr, das sich aus Orchestermusikern und freischaffenden Musikern der Region zusammensetzt, durch die Mülheimer Cellistin Carolin Schröder unter dem Namen Collegium Musicum Rhein-Ruhr gegründet worden und kann seitdem auf große Erfolge zurückblicken. Auch in Moers bestätigte die Quintettvertretung des Orchesters, das seit 2013 unter dem Namen Sinfonieorchester Ruhr geführt wird, den hohen Anspruch, den der Klangkörper an seine Aufführungen stellt. Im harmonischen Zusammenspiel mit dem Trompeter führte es das Publikum in die Zeit des Barock und nutzte die hallige Kirchenakustik geschickt für glanzvolle Effekte in der Interpretation. In eine ganz andere musikalische Richtung ging es anschließend mit Franz Schuberts Salve Regina, in dem Elisabeth Anna Otzisk mit ihrer kräftigen und dabei angenehm warmen Sopranstimme die Zuhörer sichtlich begeisterte. Dieser Wechsel zwischen Barock und Romantik in unterschiedlicher Besetzung wurde mit bekannten Werken, aber auch mit Musik von zu ihrer Zeit hochgeschätzten und später in Vergessenheit geratenen Komponisten wie Christoph Graupner oder Johann Theodor Roemhild, die in St. Josef eine verdiente und musikalisch wie technisch gelungene Anerkennung erfuhren, bis zum Höhepunkt mit Bachs beliebter, festlich-konzertanter und immer wieder schöner Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen" in klangprächtiger Kombination von Trompete und Koloratursopran fortgesetzt. Als romantischen Ausklang stimmten Sopranistin, Trompeter und Quintett zum Schluss das Volkslied "Der Mond ist aufgegangen" an, bei dem viele Besucher mitsummten. Das Konzert wurde vom Publikum mit stürmischem Applaus und stehenden Ovationen honoriert.

Quelle: RP
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