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Moers
Musikreferentin setzt den Schlussakkord

Moers. Christiane Schumann hat gestern zum letzten Mal das Programm der neuen Spielzeit im Rahmen der städtischen Konzerte vorgestellt. Nach 25 Jahren möchte die künstlerische Leiterin der Reihe eine neue Richtung einschlagen. Von Anja Katzke

Dr. Christiane Schumann hat den Schlusspunkt ihres Engagements als Musikreferentin gut gewählt: Wenn die neue Spielzeit der städtischen Konzerte am 23. Juni 2017 mit Haydns "Abschiedssymphonie" endet, dann verabschiedet sie sich auch von ihrem Publikum. Ein Vierteljahrhundert hat Christiane Schumann das Moerser Kulturleben mit einem ansprechenden Programm kammermusikalischer Konzerte bereichert. 2017 möchte sie ihren Schwerpunkt verlagern.

"Ich habe den Zeitpunkt selbst gewählt", erklärte sie gestern. Gerade erst sei sie erneut als Vorsitzende der Schubert-Gesellschaft gewählt worden. "Ich möchte mich mehr dem musikwissenschaftlichen Bereich widmen", begründete sie ihren Entschluss. Die Reihe der städtischen Konzerte liegen ihr dennoch sehr am Herzen. "Es war Teil meines eigenen Lebens, dass ich dieses Musikprogramm gestalten durfte."

Schumann war erfolgreich. Als sie die Reihe vor 25 Jahren übernahm, gab es 14 Abonnenten. Heute sind es mehr als 100. Das berichtete Georg Kresimon, Leiter der Musikschule in Moers. Er hob das Engagement der Musikreferentin, ihr Gespür für Künstler und ihre Liebe zur Musik hervor. Auch das 25. Saisonprogramm habe sie mit Leidenschaft geplant und zusammengestellt. Und das drückt sich auch im neuen Programm aus. Das Niederrheinische Kammerorchester wird am 17. September die neue Spielzeit mit Beethovens 5. Sinfonie eröffnen. Als Solistin gewann das Orchester die aus Teheran stammende Klarinettistin Sara Tavassoli. Einen Monat später, am 28. Oktober, wird ein Starpianist in Moers erwartet: Peter Rösel trat bereits in 40 Ländern auf fünf Kontinenten auf. Er bringt zu seinem Klavierabend unter anderem Carl Maria von Webers "Aufforderung zum Tanz" mit.

Die Musikreferentin wagt in ihrer Abschiedsspielzeit aber auch etwas Neues. Geplant ist ein Musikabend, der als Künstlerporträt gedacht ist: Die Sängerin Ingeborg Danz wird am 18. November im Mittelpunkt stehen. "Sie ist zurzeit eine der führenden Konzertaltistinnen", betonte Schumann. Herbert Vietor, Vorstandsmitglied der Schubert-Gesellschaft, wird den Abend moderieren. Gleich zwei Termine hat die Musikreferentin für das Weihnachtskonzert des NKM eingeplant - und zwar am 10. und 11. Dezember. Es werden Werke von Händel, Mozart und Telemann zu Gehör gebracht. Die Matinee zum Neuen Jahr wird von Klaviertrio Preisler gestaltet. Michael Preisler dürfte Musikfreunden ein Begriff sein. Er ist Dirigent des Niederrheinischen Kammerorchesters. Für Februar ist das "Ensemble Più" eingeladen, das mit Andreas Gosling, dem Solo-Oboisten des Aalto-Theaters Essen spielen wird. Im März bringt das NKM sein Frühjahrskonzert zu Gehör, im April erlebt das Publikum einen Duo-Abend mit Violinist Philipp Bohnen und Pianist Gerhard Vielhaber. Und im Mai präsentiert Schumann einen Schubert-Abend mit dem Pianisten Wilhelm Ohmen. Im Juni wird die Musikreferentin dann den Staffelstab an ihren Nachfolger weiterreichen. Wer das sein wird, steht noch nicht fest.

Das Abonnement zur städtischen Konzertreihe kostet 105 Euro und ist in der Moerser Musikschule (02841 1333) und bei Moers Marketing (02841 882260) erhältlich. Die Einzelkarte kostet 14 Euro.

Quelle: RP
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